Die Pläne der FIS stossen nicht überall auf Gegenliebe
Die FIS möchte unter ihrem neuen Präsidenten künftig häufiger Weltmeisterschaften austragen. Von den mächtigen Playern der Branche gibt es mehr Kontra als erwartet.
Von Intrigen, Machtspielen und sportpolitischen Winkelzügen wie bei der FIFA ist der Internationale Skiverband zwar weit weg. Und auch Alexander Ospelt als frischer FIS-Präsident gilt bisher nicht gerade als Gianni Infantino des Wintersports. Und doch hat der Liechtensteiner, der erst im Juni in einer denkbar knappen Abstimmung den umstrittenen Amtsinhaber Johan Eliasch ablöste, mit der angedachten Kalender-Revolution für Kontroversen gesorgt und polarisiert.
Der Anfang September präsentierte Plan sieht vor: Im alpinen und im nordischen Skisport sowie im Snowboard- und Freestyle-Bereich sollen Weltmeisterschaften künftig in jedem Nicht-Olympia-Jahr stattfinden, und nicht nur in allen ungeraden Jahren. Somit sind beispielsweise für 2031, 2032, und 2033 drei Titelkämpfe in Serie angedacht.
Neue Chancen für China und Südkorea?
Konkret: 2032 und 2036, vielleicht sogar schon kurzfristig 2028 würde es zusätzliche und bislang nicht eingeplante Titelkämpfe geben. «Der WM-Titel bedeutet für Athleten auch finanziell sehr viel. Die Gespräche gab es schon lange, wir würden das jedenfalls zugunsten der Athleten machen. Gleichzeitig geht es auch um kleinere Länder, die mit einer WM mehr neue Ziele hätten», begründete Ospelt. Der Anwalt nannte China, Japan und Südkorea als Beispiele für mögliche Organisatoren.
Ospelts Plan erinnert ein wenig an Eliaschs Idee der FIS-Games, die in just jenen Jahren (2028, 2032, 2036) alle Sportarten des Weltverbands bei einer Art Mini-Olympia bündeln sollten. Das neue von Ospelt präsentierte Vorhaben geht aber von verschiedenen Austragungsorten aus. Womit die FIS dieser Tage offenbar nicht rechnete: Athleten, Ex-Athleten und Verbände reagierten kritisch und zurückhaltend auf die Vorschläge und die Art, wie die FIS diese präsentierte.