Die nächste Eskalationsstufe im Streit zwischen FIFA und UEFA
Mit dem Antrag auf Beweissicherung bei der Justiz in Florida spitzt sich der Konflikt zwischen UEFA und FIFA weiter zu. Welche Folgen drohen FIFA-Präsident Gianni Infantino nun konkret?
Die Zuständigen der UEFA arbeiten konsequent am Sturz Infantinos. Mit ihrem Gesuch an die US-Justiz zur Sicherung von Dokumenten rund um den verhinderten WM-Investoren-Deal bei einem Gericht in Florida haben die europäischen Fussball-Funktionäre den Konflikt auf ein neues Level gehoben. Die FIFA steuert auf die grösste Krise seit den Skandalwirren um Infantinos Vorgänger Sepp Blatter vor gut elf Jahren zu.
Eine Rückkehr zu einer Zusammenarbeit zwischen UEFA und Infantino scheint unabhängig vom Ausgang der nun losgetretenen juristischen Aufarbeitung ausgeschlossen. «Die FIFA muss wieder als eine Institution geführt werden, die dem Fussball dient – und nicht als Instrument individueller Macht agiert», hiess es in einer Stellungnahme der UEFA nach dem Treffen aller 55 Mitgliedsverbände in Monaco.
Weshalb liegen Infantino und die UEFA im Clinch?
Mit seinem abseits aller FIFA-Institutionen mit amerikanischen Geschäftspartnern vorangetriebenen Milliarden-Deal zur WM-Vermarktung hat Infantino aus Sicht der UEFA eine rote Linie überschritten. Die seit langem gärende Stimmung bei den Europäern gegen ihn ist in offene Konfrontation gekippt.
Es geht längst nicht mehr nur um Bagatellen wie die verspätete Anreise im Privatjet zum Kongress in Paraguay im letzten Jahr oder die Männerfreundschaft mit US-Präsident Donald Trump, die in der Verleihung des FIFA-Friedenspreises gipfelte. «Infantino polarisiert die Fussball-Welt, wie man es noch nie erlebt hat», sagt die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness, eine der grössten Kritikerinnen des Wallisers.