Die Logopädie hilft, die Sprache zu finden
Ein Schüler, der lispelt, ein Kind, das stottert: Ist es das, woran Ihr denkt, wenn Ihr das Wort Logopädie hört? «Mein Beruf als Logopädin ist sehr vielseitig», erklärt Susanne Brunelli-Steiger, Leiterin Logopädie am Kantonsspital Graubünden. Und tönt damit an, dass die Logopädie über das Schulzimmer hinausgeht. Ein Logopäde komme bei Leuten zum Einsatz, die Schwierigkeiten hätten mit der Sprache, so Brunelli-Steiger. «Zum Beispiel, wenn jemand etwas erzählen will und die Wörter nicht findet, wenn jemand nicht mehr deutlich sprechen kann, Mühe hat beim Lesen und Schreiben oder heiser ist, plötzlich die Stimme verliert. Aber auch bei Schluckstörungen, wie sie nach Operationen auftreten können.» Als Logopädin erstelle sie eine Diagnose und plane eine entsprechende Therapie. Für Menschen in allen Alterskategorien.
Logopäden gesucht
In der Deutschschweiz arbeiten gemäss einer Mitteilung des DLV aktuell rund 2500 Logopäden. Über 75 Stellen seien im Februar unbesetzt gewesen. «Der Fachkräftemangel ist auch in Graubünden ein Thema», sagt Brunelli-Steiger. Eine genaue Zahl dazu ist ihr aber nicht bekannt. «In Schulen, in der Integration oder auch bei der Arbeit mit Erwachsenen werden stets Logopäden gesucht. Immer wieder gelangen Anfragen zu uns ins Kantonsspital.»
Wer die Ausbildung zur Logopädin in Angriff nehmen will, kann in der Deutschschweiz zwischen vier Ausbildungsstätten wählen: Zürich, Basel, Rorschach und die die Universität Freiburg. Eine abgeschlossene Matura ist die Voraussetzung für das dreijährige Studium mit Bachelorabschluss, wie Brunelli-Steiger erklärt. «Mittlerweile gibt es aber auch verschiedene Möglichkeiten, auf dem zweiten Ausbildungsweg Logopädin zu werden.»