Die Glarner wollen den Winter nicht übersommern
Meteorologen befürchten den Totalausfall des Winters. Weil das Weiss fehlt, sehen viele schwarz. Und wenn jetzt auch noch der Restschnee wegschmilzt, geht der Geldfluss bachab. Mit allen Mitteln wird in Skidestinationen im In- und Ausland daher versucht, Frau Holle ein Schnippchen zu schlagen. Die jüngste «Erfindung» sind Schneefarmen, die den Winter übersommern sollen.
Es sind die Wissenschaftler des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung Davos (SLF), welche das «Snowfarming» optimiert haben: Der Schnee wird aufgehäuft und mit Sägemehl und Folie bedeckt. Bei idealen Bedingungen bleiben so bis zum Start der nächsten Wintersaison vier Fünftel des «weissen Goldes» erhalten. Das Grundprinzip ist der Natur abgeschaut: So überlebt auf der Höhe des Heuzugs auch der mit Holz und Laub bedeckte Lawinenkegel im Klöntal auf rund 800 Metern über Meer.
Für «Snowfarming» fehlt in Braunwald der Platz
Trotzdem ist auf der Sonnenterrasse Braunwald eine Schneefarm kein Thema: «Eine solche käme ohnehin nur im Bächital infrage», meint André Huser, der Direktor der Sportbahnen. «Weil dort der Einfallswinkel der Sonne am flachsten ist.»
Hinzu kämen Schwierigkeiten, die kaum aus dem Weg zu räumen seien: «Es fehlt der Platz.» Das Land werde schliesslich für die Alpbewirtschaftung gebraucht. Des Weiteren sei der Sessellift weit über einen Kilometer lang. «Da würden wir Unmengen von Farmschnee benötigen, um nur eine Piste zu präparieren», sagt Huser.
«Anders würde es aussehen, wenn wir im Bächital einen kurzen Skilift hätten.» Dann käme allerdings, fährt Huser fort, ein weiteres Problem hinzu. «Im Bächital fehlt eine Beschneiungsanlage.» Kunstschnee sei aber notwendig, um eine Schneefarm erst machen zu können.
Eventuell für spezielle Events
Derzeit behelfe man sich mit anderen Mitteln, wenn es darum gehe, apere Stellen mit Schnee zu überbrücken. «So haben wir beispielsweise in dieser Saison mit Raupenfahrzeugen und Schneeschleudern dafür gesorgt, dass man von der Bergstation der Standseilbahn nach Niederschlacht zur Talstation der Gondelbahn hinunterfahren kann.» Auch auf die Schlittelbahn habe man Schnee geführt. Huser: «Das hat uns 4500 Franken gekostet.»