Die Bregenzer Festspiele feiern ihr 80-jähriges Jubiläum
Die Bregenzer Festspiele zeigen vom 22. Juli bis 23. August die Inszenierung «Die Ausflüge des Herrn Brouček» und feiern ihr 80-jähriges Jubiläum. Was 1946 mit einer Aufführung begann, entwickelte sich zu festem Bestandteil der europäischen Opernszene.
Als erste künstlerische Aufführung ging ein Mozart-Abend am 5. August 1946 in die Geschichte ein – nämlich das Singspiel «Bastien und Bastienne», das als erstes Spiel auf dem See auf zwei Kieskähnen dargeboten wurde. Als «Festwoche» ins Leben gerufen, entwickelte sich das Festival mit seiner Seebühne über die Jahrzehnte zu einer renommierten Marke. Heute strömen jährlich bis zu 250'000 Besucher in Vorarlbergs Landeshauptstadt.
Die Festspiele starteten zur Ankurbelung des Tourismus und als Arbeitsmöglichkeit für aus der Sowjetzone geflohene Künstler. Es musste viel improvisiert werden. Es fehlten etwa Quartiere für die Künstler, viele kamen bei Bauern in der Umgebung unter. Technische Geräte erhielt man im Austausch gegen Lebensmittel von den Wiener Bundestheatern.
Über Zeitungsannoncen wurde die Bevölkerung um Unterstützung gebeten. Sie sollte ehrenamtlich die Trottoirs reinigen und ihre Häuser beflaggen, um die Gäste willkommen zu heissen.
Die Woche wurde nicht zuletzt dank der französischen Besatzungsbehörden und des Kantons St. Gallen ein Erfolg. Sie unterstützten das Vorhaben und stimmten einer Grenzöffnung zu. Insgesamt kamen 1946 25'500 Besucher nach Bregenz, 22'400 allein aus der Schweiz.
Ab 13. Juni feiern die Festspiele mit Foto-Ausstellungen im Festspielhaus und entlang der Seepromenade Geburtstag.
Spiel auf dem See als Herzstück
Zum Herzstück der Bregenzer Festspiele entwickelten sich über die Jahrzehnte die Aufführungen auf der weltweit grössten Seebühne. In den 1980er-Jahren wurde unter Festspielpräsident Günter Rhomberg und Intendant Alfred Wopmann die «Bregenzer Dramaturgie» entwickelt, die mit spektakulären Bühnenbildern die Basis für nachhaltigen Erfolg legte.