Deutsche Christdemokraten sinken auf historisches Tief
Wenige Tage vor den Wahlen in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind die in Deutschland regierenden Christdemokraten in einer Umfrage landesweit auf ein historisches Tief gerutscht.
YouGov ermittelte in der sogenannten Sonntagsfrage für die christdemokratische Union (CDU und CSU) einen Wert von 18 Prozent. Wenn schon am nächsten Sonntag die nächste Wahl des deutschen Parlaments – des Bundestags – wäre, würde die rechtspopulistische AfD sie mit 29 Prozent gewinnen. Die Grünen kämen auf 16 Prozent, die sozialdemokratische SPD auf 13, die Linke auf 10, die wirtschtsliberale FDP auf 5 und das linkspopulistische BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) auf 4 Prozent.
Bei den zwei Regionalwahlen an diesem Sonntag geht es auch um die politische Zukunft von Friedrich Merz, dem deutschen Kanzler und Vorsitzenden der CDU, der unter einem zunehmenden Autoritätsverlust in der eigenen Partei leidet.
Merz hat das Parteipräsidium für den Wahlabend zu einer formellen Sitzung nach Berlin eingeladen, um über die Ergebnisse und die Folgen zu beraten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Parteikreisen. Es gibt Spekulationen, dass Merz von den CDU-Chefs in den Bundesländern gestürzt werden könnte.
Warnung vor Untergang der Union
Bremens CDU-Landesvorsitzender Heiko Strohmann warnte vor der Gefahr eines deutschlandweiten Absturzes der CDU. Was gerade in der Parteienlandschaft in Ostdeutschland geschehe, könne «auch in Duisburg und in Bremen passieren», sagte er im Deutschlandfunk. An seine Partei und Merz appellierte er, sich mehr in die Menschen in Ostdeutschland hineinzuversetzen und ihre Belange ernst zu nehmen. Sowohl Sachsen-Anhalt als auch Mecklenburg-Vorpommern liegen in Ostdeutschland.