Destinationen können wieder mit ganzem Angebot locken
Die erneute Lockerung der Covid-19-Einschränkungen durch den Bundesrat kommt in der Bündner Tourismus- und Gastrobranche gut an. Mehr noch: Sie wurde sehnlichst erwartet. So etwa bei den Bergbahnen, die ab dem 6. Juni wieder loslegen dürfen. «Für uns ist das eine sehr gute Nachricht», sagt Marcus Gschwend, Geschäftsführer des Branchenverbandes Bergbahnen Graubünden. Damit werde es für die Destinationen wieder möglich, das gesamte touristische Angebotspaket verkaufen zu können. Schön sei ausserdem, dass der Bundesrat gleich den Samstag, 6. Juni, und nicht erst den 8. Juni, für die Wiedereröffnung bestimmt habe. Gschwend: «Damit können wir gleich das erste Juni-Wochenende nutzen.»
Viele Bahnen in Revision
Spuren wird der Stillstand jedoch auf jeden Fall hinterlassen. Gemäss Gschwend hat das behördlich verordnete Ende der Wintersaison ein Loch von etwa 32 Millionen Franken in den Kassen hinterlassen, ausserdem gingen 1,34 Millionen Franken an Einnahmen aus Ersteintritten verloren. Zahlen über Verluste im Frühlingsgeschäft liegen indessen keine vor, zumal die meisten Bündner Bergbahnen aufgrund von Revisionsarbeiten ohnehin stillstanden. Die Branche sei deshalb «mit einem blauen Auge davon gekommen», glaubt Gschwend. Gleichzeitig weiss er, dass vor allem Bahnen in klassischen Ausflugsdestinationen Geld verloren haben und noch verlieren werden, weil die Anlagen über Pfingsten geschlossen bleiben müssen.
Hauptanliegen nachgekommen
Grundsätzlich zufrieden mit dem Entscheid des Bundesrates, die Covid-19-Einschränkungen ein weiteres Mal zu lockern, ist man auch in den Reihen von Gastro Graubünden. Verbandspräsident Franz Sepp Caluori: «Unserem Hauptanliegen, Tische mit mehr als vier Plätzen zu erlauben, ist der Bundesrat nachgekommen.» Damit könnten jetzt wieder grössere Gesellschaften bewirtet sowie Speisen und Getränke (Catering) für Veranstaltungen geliefert werden. Caluori macht aber keinen Hehl daraus, dass die Branche es gerne gesehen hätte, wenn der Bundesrat gleichzeitig auch den Sicherheitsabstand von zwei auf einen Meter verkleinert hätte. «Darauf haben wir eigentlich gewartet», sagt er. Denn mit der neuen Regelung könne selbst mit Zehnertischen die Kapazität eines Lokals nicht ausgeschöpft und damit dessen Rentabilität wieder erhöht werden, meint Caluori.