Der Winterthurer Stadtrat setzt die Sparschraube an
Die Stadt Winterthur zückt den Rotstift: Weil sie längerfristig mehr Geld ausgibt als einnimmt, plant der Stadtrat ein Sparpaket. «Haushaltsentlastung 2030», so der Projektname, soll ab 2030 jedes Jahr 25 Millionen Franken einsparen. Ob es eine Steuererhöhung gibt, ist noch offen.
«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu reagieren», sagte SP-Finanzvorsteher Kaspar Bopp am Dienstag vor den Medien. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe immer weiter auf, die Stadt Winterthur habe ein strukturelles Defizit.
Schätzungen gehen davon aus, dass sich dieses Defizit bis zum Jahr 2030 auf bis zu 45 Millionen Franken anhäuft. Der Stadtrat wolle seine Hausaufgaben machen, um die Qualität der Stadt langfristig erhalten zu können, sagte Bopp weiter.
Externe durchleuchten die Stadt
Wo genau gespart werden soll, ist allerdings noch offen. Um dies herauszufinden, engagierte die Stadt eine Reihe von externen Fachleuten. Sie kommen von einem klassischen Beratungsunternehmen, von einem Unternehmen, das Gemeindedaten analysiert, und von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.
«Es ist immer wertvoll, einen Aussenblick zu erhalten», begründete Bopp die Auftragsvergabe an Externe. Es stelle auch eine gewisse Neutralität des Prozesses sicher. So werden alle Departemente gleich intensiv nach Sparpotenzial abgesucht. Denn: Bei sich selber sparen will bekanntlich niemand.
Keine Steuererhöhung fürs nächste Jahr
Der Vorschlags-Katalog wird in den nächsten Monaten ausgearbeitet. Dann befasst sich der Stadtrat damit und legt das fertige Paket bis im Sommer 2027 vor. Es ist durchaus möglich, dass «Haushaltsentlastung 2030» nicht nur Einsparungen vorschlägt, sondern auch zusätzliche Einnahmen, sprich eine Steuererhöhung.