Der Wettlauf gegen die Zeit
Jährlich könnten in der Schweiz viele der mehr als 100 Lawinenunfälle vermieden werden. Sei dies mit einer guten Vorbereitung, einer aufmerksamen Beurteilung der Lawinengefahr vor Ort oder einem an die Verhältnisse angepassten Verhalten. Laut Rega ist Prävention, also möglichst gar nicht erst von einer Lawine erfasst zu werden, das A und O. Für den Ernstfall sollte man vorbereitet sein, denn für alle Beteiligten zählt jede Minute.
Die Vorbereitung
Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos informiert zweimal täglich über die aktuelle Lawinengefahr. Dies mittels fünfstufiger Gefahrenskala:
- Sehr gross – Katastrophensituation: Viele spontane, grosse Lawinen sind zu erwarten, selbst in mässig steilem Gelände. Verzicht auf Skitouren wird empfohlen.
- Gross – akute Lawinensituation: An Steilhängen sind Lawinen leicht auslösbar. Grosse Lawinen sind sehr wahrscheinlich. Nur mässig steiles Gelände befahren.
- Erheblich – kritische Lawinensituation: Lawinen können an Steilhängen (ab 30 Grad) leicht ausgelöst werden. Spontane Lawinen und Fernauslösungen sind möglich. Die Hälfte aller tödlichen Lawinenunfälle ereignet sich bei dieser Gefahrenstufe.
- Mässig – mehrheitlich günstige Lawinensituation: Lawinen können an sehr steilen Hängen (mehr als 35 Grad) ausgelöst werden. Grössere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. Gute Tourenverhältnisse bei vorsichtiger Routenwahl.
- Gering – allgemein günstige Lawinensituation: Lawinen können nur vereinzelt an extrem steilen Hängen (steiler als 40 Grad) ausgelöst werden.
Da die Lawinengefahr je nach Gebiet stark variieren kann, wird empfohlen, sich vor Ort, etwa bei den Bergbahnen, nochmals über die lokalen Bedingungen zu informieren.