Der Oldtimer unter den Skiliften
Von Madeleine Kuhn-Baer
Er findet das Fach Geschichte cool, ebenso das Skigebiet Schilt auf der Fronalp oberhalb von Mollis. Da war es für Tobias Meili naheliegend, seine Maturaarbeit der Entstehung des Skilifts Schilt zu widmen. Der Jugend- und Sport-Leiter der Jugendorganisation des Skiclubs Mollis fährt sehr oft dort Ski – sofern Schnee liegt. «Das Skigebiet ist nicht megagross, man kennt die meisten Leute, es ist extrem vielseitig, und man muss kaum anstehen», schwärmt der 18-jährige Molliser. Und wenn er dann noch die Abfahrt bis ins Tal hinunter geniessen kann, ist der Skigenuss für ihn perfekt.
Die Entstehung des Skilifts Schilt nachzuzeichnen, war für ihn «megaspannend», wie er sagt. Vorher wusste er nur wenig über den «fast schon antiken Skilift». In seiner Arbeit schildert er zunächst die Hintergründe des Skisports im Glarnerland: erste Skirennen, erster Skiclub – aus der ersten Sektion des Schweizerischen Alpenclubs (SAC) hervorgegangen –, erste Schweizer Skifabrik, erster mit Skiern bestiegener Berg der Schweiz. «So etablierte sich das Skifahren in der Schweiz vom Glarnerland aus und nicht von den erwarteten, heutigen Touristenorten in Graubünden oder im Wallis», folgert Meili.
1893 hat Christof Iselin den Schilt erstmals mit Skiern bestiegen – laut SAC war dies die allererste Skibesteigung eines Schweizer Gipfels überhaupt. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es dann das Angebot der berühmten «Fünfliber-Tour»: Für rund fünf Franken konnte man von Zürich mit dem Zug nach Näfels fahren, von dort mit den Skiern über den Schilt, die Mürtschenalp und Robmen Richtung Obstalden sowie bei guten Verhältnissen bis nach Mühlehorn hinunter fahren und mit dem Zug wieder zurück.
Das Schiltgebiet war als Tourendestination gut etabliert. Nicht zuletzt deshalb wurde 1932 der Skiclub Mollis gegründet und 1934 im unteren Fronalp eine Skihütte gebaut; mitten im heutigen Skigebiet.
Bahn vom Tal aus verworfen
Über eine touristische Erschliessung des Fronalpgebietes dachte man bereits seit den 1930er Jahren nach. Viele Projekte wurden aber – wohl aufgrund des Krieges – nicht weiterverfolgt. So auch die Idee, das Dorf Mollis und das Fronalpstockgebiet mit einer Bahn zu verbinden.