Der Linthkanal wird im Sommer frei von Motorbooten sein
Der Linthkanal, einst für die Schifffahrt gebaut, kommt an seine Grenzen. Im letzten Jahr wurden gemäss einer Hochrechnung der Linthkommission rund 30 000 Menschen erfasst, die sich mit ihren Gummibooten, Stand-up-Paddelboards oder grossen Schwimmreifen die Linth hinunter treiben liessen.
Und auch die Anzahl Motorboote hat gemäss Linth-Ingenieur Markus Jud stark zugenommen. Letztes Jahr waren es über 100 Bewilligungen, die erteilt wurden – obschon pro Boot eine Gebühr von 100 Franken erhoben wird. 2019 waren es gerade mal 36 Boote. Im Schnitt seien es etwa 25 bis 30.
Reklamationen von Badenden
Der Anstieg führte zu heiklen Situationen zwischen Böötlern, Schwimmerinnen und Motorbooten. Deshalb hat die Linthkommission aus Sicherheitsgründen entschieden, den Linthkanal in den Monaten Juli und August für Motorboote zu sperren, wie sie am Donnerstag bekannt gab.
Das gab es so noch nie, wie Jud bestätigt. Nur beim Bau der Grynaubrücke vor rund 25 Jahren und der Gesamtsanierung des Linthwerks, das 2013 eingeweiht wurde, gab es temporär Beschränkungen für Motorboote auf der Linth. Grundsätzlich ist das Befahren der Linth mit Motorbooten von März bis Ende September erlaubt.
Die nun beschlossene Sperrung für die Motorboote während der Sommermonate sei der Sicherheit der Böötler und Badenden geschuldet. Es habe verschiedentlich Reklamationen gegeben, insbesondere von Badegästen der Grynau. Nicht zuletzt weil im Coronajahr sowohl am wie auch auf dem Fluss ebenfalls eine Zunahme zu verzeichnen war.
Die Badegäste hätten teilweise gesagt, das sei doch verrückt, mit Motorbooten die Linth zu befahren, und sich gefragt, ob die dort überhaupt fahren dürften, führt Jud weiter aus. Deshalb habe man sich nun für die temporäre Sperrung entschieden. Man folge damit der Empfehlung der zuständigen Sachverständigenkommission für die Schifffahrt auf dem Zürich- und Walensee.