Der Kanton Glarus holt sich Hilfe aus dem Weltall
Dass die Glarner ihr Vieh seit Jahrhunderten im Sommer auf die Alpen hochtreiben, hat seinen Grund: Fruchtbare Böden sind ein rares Gut in den engen Tälern des Glarnerlandes. Der Kanton Glarus möchte darum jetzt genauer herausfinden, wo diese Böden liegen. Dazu will er zusammen mit dem Kompetenzzentrum Boden des Bundes (Kobo) eine neue Methode zur Bodenkartierung erproben und weiterentwickeln. Diese setzt unter anderem auf Satellitenbilder, wie Marco Baltensweiler erklärt. Er ist Leiter der Abteilung Landwirtschaft des Kantons Glarus. Denn aus dem Weltall lässt sich manchmal schneller und grossflächiger bestimmen, wie denn nun ein Boden beschaffen ist, als wenn man direkt darauf steht. Satellitenbilder können sogar helfen, den Nährstoffgehalt der Humusschicht zu bestimmen. «Je dunkler zum Beispiel ein Boden erscheint, desto mehr Stickstoff befindet sich darin», sagt Baltensweiler. Ausgewertet werden die Bilder aus dem Weltall mithilfe von Computern.
Je dunkler ein Boden auf dem Satellitenbild erscheint, desto mehr Stickstoff befindet sich darin.»
Marco Baltensweiler, Leiter Abteilung Landwirtschaft
Bislang werden Böden noch grösstenteils in Handarbeit kartiert: Die Experten gehen aufs Feld und nehmen mit Schaufel oder Bagger Proben und untersuchen diese anschliessend. Die neue Methode, welche das Kobo und der Kanton nun anwenden wollen, kommt dagegen mit weniger körperlicher Arbeit aus.
Sie setzt neben Satellitenbildern auch auf Computermodellierungen. Diese können aufgrund von Erfahrungswerten voraussagen, wie ein Boden im steilen Gelände oder entlang eines Flusses beschaffen sein dürfte. «Man wird aber immer noch ins Feld hinaus gehen müssen und kann nicht alles vom Büro aus machen», sagt Baltensweiler. Aber auch im Feld soll die Technik mithelfen: Ein ferngesteuertes Raupenfahrzeug übernimmt die Bohrungen und kann etwa den Säuregehalt des Bodens automatisch bestimmen.