Der Geldhahn soll sachte geöffnet werden
Das Traktandum, das an der GL-Sitzung vom nächsten Donnerstag beraten wird, trägt den sperrigen Titel «Verpflichtungskredit zur Entlastung des Sportfonds über eine direkte finanzielle Unterstützung von Davos Nordic sowie Anpassungen im Landschaftsgesetz über die Förderung touristischer und sportlicher Veranstaltungen und Anlagen und im Gästetaxengesetz». Beim Sportfonds handelt es sich um einen «Geldtopf», welcher gemäss des zuständigen Kleinen Landrates (KL) Jürg Zürcher folgendermassen gespeist wird: «Die Gemeinde unterstützt den Sportfonds aktuell mit 230 000 Franken pro Jahr, weitere etwa 400 000 bis 420 000 Franken werden über die Sporttaxe aus der Gästetaxe finanziert. So stehen etwa 630 000 Franken zur Unterstützung von Sportanlässen mittels Defizitgarantie zur Verfügung». Von dieser Summe würden 590 000 Franken an die fünf grössten Davoser Sportanlässe wie Swiss Epic, Art on Ice, Davos X-Trails (ehem. Swissalpine), Triathlon Challenge und Davos Nordic verwendet. Für den letztgenannten Anlass würden 350 000 Franken Defizitgarantie gesprochen. Und: Jugend- und Sport richtet an die örtlichen Sportvereine 80 000 Franken an Trainingsaufwand und Trainingslager aus. Diese Summe werde ebenfalls mit einem Beitrag aus dem Sportfonds verdoppelt.
Ausgliederung sinnvoller als Fondserhöhung
Somit verbleibe für die Unterstützung der restlichen Veranstaltungen mittels Defizitgarantie ein Betrag von etwa 230 000 Franken. Doch grosse Sprünge mache man mit diesem Geld nicht. «Da die Destination Davos erfreulicherweise eine zunehmende Nachfrage für Sportveranstaltungen verzeichnet, reichen diese Mittel nicht aus, um zusätzliche Anlässe (siehe Box) zu akquirieren», so Zürcher. «So ist zum Beispiel eine Anfrage der Tour de Suisse Damen und gleichzeitig eine der Rad-Schweizer Meisterschaft Damen und Herren vorliegend, welche Kosten im Rahmen von 100 000 Franken gegenüber einer Wertschöpfung von rund 500 000 Franken erzeugen würde. Zusätzlich muss aber auch die für uns kostenlose überdurchschnittlich hohe Medienpräsenz der Destination beachtet werden.»
Mehr Geld muss also her – so viel scheint klar zu sein. Denn, wie eingangs erwähnt, war der Gemeindebeitrag für den Sportfonds vor den Sparmassnahmen noch höher. Zur Debatte standen deshalb eine Rückkehr zum alten Modus oder die Ausgliederung von Davos Nordic aus dem Sportfonds, wobei der Anlass künftig via Defizitgarantie von der Gemeinde unterstützt würde. So könnte der Sportfonds wieder vermehrt für verschiedene kleinere Anlässe genutzt werden. Der KL plädierte für die zweite Variante und schickt nun eine entsprechende Vorlage in den GL.