Der FCRJ fegt Wil im Derby vom Platz
von Elmedin Hasanbasic
Fast eine halbe Stunde lang war das Kantonsderby zwischen dem FC Rapperswil-
Jona und dem FC Wil am Samstag eher ein von Taktik geprägtes als ein spektakuläres. Das Motto der beiden Teams: Kein Gegentor kassieren. Für Wil ging das bis zur 28. Minute gut, ehe Jérôme Thiesson in den Strafraum flankte, wo Pedro Teixeira den Ball mit der Brust annahm, ihn fein über Michel Goncalves lupfte und Aldin Turkes den FCRJ mit einem sehenswerten Volleyschuss in Führung brachte.
Mit seinem zehnten Saisontor beendete der 22-jährige Mittelstürmer eine viermonatige Durststrecke. Erstaunlich war, dass ein Gegentreffer reichte, um Wil völlig aus dem Konzept zu werfen. «Danach lief bei uns nichts mehr, wie es sollte», meinte Wils Coach Konrad Fünfstück. Hinzu kam: Geraten die Wiler in dieser Saison in Rückstand, können sie die Partie nicht mehr kehren. Daran etwas zu ändern, erwies sich im Grünfeld als eine schwierige Aufgabe. Da half es wenig, dass die Gäste in den ersten 45 Minuten gerade mal einen Schuss auf das Gehäuse von Goalie Diego Yanz brachten.
Turkes sorgt für Beruhigung
Während Wils bester Torschütze Carlos Silvio verletzt fehlte, drehte der beste Rapperswiler Torschütze auf. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde Turkes von Sangoné Sarr im Fünfmeterraum angespielt. Bei der Ballannahme machte er sich den Torwinkel zwar selber zu, doch bei seinem Schuss aus der Drehung kullerte der Ball dann doch noch über die Linie. Wils Goalie Zivko Kostadinovic machte beim 2:0 der Rapperswiler alles andere als eine gute Figur.
«Der Schlüssel zum Erfolg war sicherlich die Effizienz. Hätten wir diese Chancen nicht verwertet, hätte es nach einer Stunde immer noch 0:0 gestanden, und Wil hätte jederzeit den Lucky Punch erzielen können. Das wäre dann ganz bitter gewesen», erklärte FCRJ-Verteidiger Egzon Kllokoqi. So weit kam es aber nicht, denn nach einem Eckball in der 63. Minute war es Kllokoqi, der den Ball auf Maren Haile-Selassie ablegte. Dessen leicht abgefälschter Schuss rutschte dem wieder unglücklich agierenden Kostadinovic zwischen Arm und Oberkörper durch.