Umfassende Strategie über zehn Jahre
«Die zunehmende Attraktivität von Davos als Wohnort, die Herausforderung des demografischen Wandels und die anhaltende Teuerung erfordern dabei gezielte Massnahmen zur Sicherung von Wohnraum für Ortsansässige und zum Erhalt einer vielfältigen Bevölkerungsstruktur», stellt der KL in seiner Mitteilung fest und resümiert die verschiedenen Vorstösse, die in dieser Sache schon gemacht wurden. «Der KL hat den Handlungsbedarf erkannt und auf Basis einer Wohnraumanalyse am 15. August die Wohnraumstrategie verabschiedet.»
Hintergrund ist, dass sich in Davos die Zahl der Erwerbstätigen erhöht hat, während jene der Wohnbevölkerung zurück gegangen ist. «Heute pendeln gut 1200 Personen zur Arbeit nach Davos.» In den letzten beiden Jahren sei die Leerwohnungsziffer auf den niedrigsten Stand seit 1998 gefallen, und die Mietpreise seien zwischen 2019 und 2022 um etwa 9 Prozent gestiegen, heisst es weiter. Aus der Wohnraumanalyse wurde ausserdem deutlich, dass sich diese Situation noch weiter verschärfen wird. Bis in rund zehn Jahren soll etwa ein Drittel der Wohnbevölkerung älter sein als 65 Jahre. «Diese Personen werden Wohnraum nachfragen, jedoch nicht mehr als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.» Dazu komme, dass mit neuen Trends wie Homeoffice, New Work und Work-Life-Balance die Nachfrage nach Wohnraum weiter steigen und in Konkurrenz zu Erstwohnungen für Ortsansässige trete werde.
Vier Ziele
Angesichts dieser Herausforderungen für den Wohn- und Wirtschaftsstandort hat sich der KL vier Ziele gesetzt, um dem fortschreitenden demografischen Wandel zu begegnen und genügend sowie geeigneten Wohnraum zu schaffen. Die Umsetzung dieser Ziele sei auf zehn Jahre angesetzt und habe bereits begonnen, schreibt der KL in seiner Mitteilung. Ziel eins ist es, genügend Wohnraum entstehen zu lassen, um eine positive Bevölkerungsentwicklung zu ermöglichen und dem demografischen Wandel und der Personalknappheit zu begegnen. Um das zu erreichen, braucht es in Davos je nach Szenario bis 2032 zwischen 650 bis 1000 neue Erstwohnungen. Beim zweiten Ziel geht es darum, dass dieser Wohnraum auch geeignet sein soll, eine ausgewogene Entwicklung der Bevölkerung zu fördern. «Dabei zeigt die Analyse, dass insbesondere auf die Bedürfnisse von Familien und jungen Erwachsenen, der älter werdenden Bevölkerung und von alleinstehenden (auch temporär angestellten) Fachkräften geachtet werden muss», schreibt der KL. Drittens soll dieser Wohnraum auch für unterschiedliche Einkommensschichten wirtschaftlich tragbar sein. Dazu will die Gemeinde in ihrem direkten und indirekten Einflussbereich auch Wohnungen zur Kostenmiete fördern. Zuletzt sei für die Erreichung dieser Ziele, und das ist das Ziel Nummer vier, eine gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und privaten sowie gemeinnützigen Handelnden zwingend.