Der 35. Swissalpine als grosser Erfolg
Bergläufer sind Frühaufsteher. Bereits um 7 Uhr erfolgte am Sonntagmorgen der Start zum K43. Auffallend wach war Matthias Kyburz. Der Berner OL-Weltklasseläufer aus Bern setzte sich bereits nach wenigen Metern des 42,7 Kilometer langen Parcours mit insgesamt 1324 Höhenmetern an die Spitze und lief ein einsames Rennen. In 3:00:16,7 Stunden pulverisierte er den Streckenrekord geradezu. Der zweitplatzierte Franzose Kévin Vermeulen büsste mehr als 15 Minuten ein. Trotz des horrenden Tempos sprach Kyburz von einem ökonomisch eingeteilten Lauf, bei dem er sich selbst im Aufstieg zum Scalettapass defensiv verhalten konnte. Besonders gefielen ihm die kleinen Trailwege.
Bei den Frauen lieferten sich die amtierende Marathon-Schweizer-Meisterin Natascha Baer (Kandersteg) und die OL-Spezialistin Sabrina Jenzer (Bern) ein hartes Duell. Aufwärts lief Baer jeweils schneller, abwärts hingegen Jenzer. Zwölf Kilometer vor dem Ziel setzte sich Baer entscheidend. Mit ihrer Siegerzeit (3:48:44,2) distanzierte sie Jenzer im Finale noch um gut vier Minuten.
Im K10 musste sich die Davoser Spitzenlangläuferin Laurien van der Graaf nach 9,3 Kilometern nur Nicole Egger aus Langenthal geschlagen geben. Die Schweizer Langstreckenspezialistin und amtierende Schweizer Meisterin verblüffte mit der horrenden Siegerzeit von 36:19,2 Minuten. Damit wäre sie im von Timo Trinidad (Teufen) in 34:57,3 Minuten gewonnenen Männerrennen Fünfte geworden.
Montani gewinnt neuen Königslauf
Corona-bedingt war am 35. Swissalpine vieles ein bisschen anders. Alle Läuferinnen und Läufer starteten bis zum Verlassen des Stadions mit Masken, und im Start-/Zielbereich waren keine Zuschauer zugelassen. Der neu lancierte Königslauf K68 mit insgesamt 2606 Höhenmetern über vier Pässe, dem Panoramatrail zwischen dem Scaletta- und dem Sertigpass sowie der Passage von nicht weniger als acht Tälern wurde gleichwohl auf Anhieb zum Vollerfolg. Und er hätte nicht spannender verlaufen können. Erst auf dem letzten der 67 Kilometer fing der 27-jährige Italiener Riccardo Montani – Nomen est Omen für einen Bergläufer… – den lange Zeit führenden Schweizer Raphael Sprenger noch ab. Montani setzte mit seiner Siegerzeit von 6:12:28,2 eine erste Bestmarke. Sprenger lief gut 16 Sekunden nach dem Italiener im Ziel ein.