Sie bringen Licht in die Klimadebatte
Kaum ein Veloabstellplatz lässt sich finden – trotz winterlichem Wetter. Auf dem Zeughausareal in Rapperswil‑Jona herrscht für einen Dienstagabend ungewohnt viel Betrieb. Im Lokal «Opendoor 67» organisieren die lokalen Jungparteien der Mitte, SP und GLP eine Klimadebatte. «Wir Junge wollen zum Thema Klimawandel etwas beitragen, weil es unsere Generation direkt betrifft», sagt Mitorganisator Filip Bovens.
Er ist überrascht, weil deutlich mehr das Podium mitverfolgen wollen, als erwartet. Knapp 70 mehrheitlich Junge wohnen der Veranstaltung bei. Mit einem Referat datiert Fabian Ruoss, der Klimabeauftragte der Stadt, eingangs das Publikum auf. Sein Fazit: «Die Lösungen liegen bereit, man muss nur willig sein, diese anzupacken. Dann ist das Netto-Null-Ziel bis 2050 erreichbar.»
5,6 Millionen im 2023
Dafür brauche es aber grosse Anstrengungen, sagt Ruoss. Die Stadt hat darum alleine für dieses Jahr 5,6 Millionen Franken budgetiert für Massnahmen im Zusammenhang mit Klimaschutz, Biodiversität und erneuerbaren Energien. Zu den grössten Herausforderungen zählt er den Verkehr. Dieser nimmt in der anschliessenden Debatte viel Raum ein. «Es braucht weniger Strassenfläche. Wer Strassen sät, erntet Verkehr», sagt Zoe Stadler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ost.
Mitte-Präsident Ivo Reichenbach klagt indes über teils ungenügende ÖV-Verbindungen. Seine Firma ist im Joner Buech angesiedelt. «Von dort dauert es mit Bus und Zug länger nach Zürich als von Uznach her.» Klar kämen deshalb viele seiner Mitarbeitenden mit dem Auto. «Wenn aber alle auf Zug und Bus umsatteln, würde dies das System auch nicht verkraften», sagt Reichenbach. Er propagiert darum flexiblere Arbeitszeiten und mehr Homeoffice.