Das Flächendenkmal Entlebuch auf dem Weg in die Zukunft
Das kulturelle Erbe der Schweiz ist in vielerlei Hinsicht Gefahren ausgesetzt. Doch es gibt auch Wege, wie es erhalten werden kann. Welche, das zeigt das Beispiel Entlebuch im Kanton Luzern. Der Ort ist ein Programmpunkt der 33. Europäischen Tage des Denkmals.
Idyllisch ist es in der Region Entlebuch: typisch Voralpenland, eine landwirtschaftlich geprägte Hügellandschaft mit Streusiedlungen. Das Unseco-Biosphärenreservat lockt mit Naturschönheiten wie Moorlandschaften oder dem Karstgebiet der Schrattenflue, die Lebensraum sind für vielerlei Arten von Tieren und Pflanzen – von «internationaler Bedeutung», wie die Region für sich wirbt. Und der Ort, der der Region den Namen gibt: Er wartet mit historischen Bauten auf, beispielsweise mit dem Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert oder der barocken Pfarrkirche St. Martin mit ihrem Turm aus dem 13. Jahrhundert.
Ortsbild versus Kantonsstrasse
Doch diese Idylle im Ort Entlebuch ist seit Jahrzehnten empfindlich gestört: Die Hauptstrasse zerschneidet mit ihren zwei breiten Fahrspuren das Dorf. Als Verbindung von Bern über Wolhusen mit Luzern sorgt diese Kantonsstrasse für viel Verkehr. In den Häusern, an denen der Verkehr unmittelbar vor den Fenstern vorbei rauscht, wollte niemand mehr leben. Und der Ort Entlebuch drohte zum seelenlosen Strassendorf zu verkommen.
Was aber hat das mit einem Denkmal zu tun? «Das gewachsene Ortsbild mit zahlreichen historischen Gebäuden ist auch ein Flächendenkmal», sagt der Gebietsdenkmalpfleger Frank Bürgi zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Grund, warum der Ort Entlebuch zu einem von rund 400 Programmpunkten der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals in der Schweiz (12.–13. September) wurde, ist, dass die Gemeinde mit ihrem Problem vorbildhaft umgeht und vieles richtig macht.