Colin Kaepernicks stiller Protest wirkt nach
Am 1. September 2016 ging Colin Kaepernick erstmals vor einem NFL-Spiel während der Nationalhymne auf ein Knie. Es war der Anfang vom Ende seiner Football-Karriere.
Zehn Jahre nach seinem Kniefall hat Colin Kaepernick seine Karriere als Football-Profi noch immer nicht offiziell beendet. Gespielt hat er seit der Saison 2016/2017 aber nicht mehr. Es war der Preis für eine Geste, die der inzwischen 38 Jahre alte Quarterback zeigte, um auf Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeigewalt aufmerksam zu machen.
«Wenn ich darüber nachdenke, ob es das wert war oder nicht: Wenn nur ein Leben gerettet wurde, ein Leben vorangekommen ist, war es das wert jeden Tag der Woche», sagte Kaepernick einmal.
Kaepernick ging am 1. September 2016 vor dem Vorbereitungsspiel der San Francisco 49ers bei den San Diego Chargers während der Nationalhymne auf ein Knie. In den Spielen zuvor hatte er auf der Bank gesessen, was weitgehend unbemerkt geblieben war. Nach einem Gespräch mit einer ehemaligen Spezialkraft des US-Militärs entschied sich Kaepernick dann aus Respekt vor den Soldaten seines Heimatlandes fürs Knien statt Sitzen – und wurde so schnell zur Zielscheibe von Hass, Verachtung und Vorwürfen.
Trump schimpfte über «Hurensöhne»
US-Präsident Donald Trump, damals als Kandidat im Rennen um die Präsidentschaft, beschimpfte Kaepernick und nannte Football-Profis, die während der Hymne nicht standen, später sogar als «Hurensöhne». Fans – auch die der 49ers – verbrannten Kaepernick-Trikots und buhten den damals 28-Jährigen aus. Dass er die Mannschaft nur zwei Jahre zuvor bis in die Super Bowl geführt hatte und als einer der aufregendsten Spielmacher der NFL galt, schien keinen Wert mehr zu haben.