Churer Regierung verwirft dritten Autobahnanschluss endgültig
Am Donnerstag hat die Churer Regierung aufgezeigt, welche Investitionen sie priorisieren will. Keinen Platz in den Investitionsplänen hat die Heimstätte des EHC Chur – das Thomas-Domenig-Stadion – sowie ein dritter Autobahnanschluss Chur Mitte.
Der Autobahnanschluss Chur Mitte ist ein Projekt, welches «seit Jahren oder gar Jahrzehnten mitgeschleppt wird», wie der Churer Stadtrat Simon Gredig am Donnerstag vor den Medien ausführte. Die Realisierungswahrscheinlichkeit sei aber sehr gering, «weil weder der Bund noch der Kanton den Bedarf sehen, sodass Chur die Kosten alleine tragen müsste».
Die Bündner Kantonshauptstadt ist heute mit zwei Autobahnanschlüssen erschlossen. Der Gedanke hinter einem Autobahnanschluss Chur Mitte war eine Verkehrsentlastung der Innenstadt.
Ebenfalls kein Unterschlupf in der Investitionsplanung der Stadt bis 2035 findet das Eisstadion Chur. Das Thomas-Domenig-Stadion, welches in die Jahre gekommen ist, soll durch Investoren finanziert werden.
Handlungsbedarf beim Eisstadion unbestritten
Die Stadt lässt allerdings eine externe Analyse erstellen, die aufzeigen soll, welche Lösungen es für die Heimstätte des Swiss-League-Klubs EHC Chur gibt. Im Raum stehen sowohl eine Teilsanierung als auch eine Totalsanierung oder ein Ersatzneubau. Der Handlungsbedarf ist nämlich unbestritten.
Die Stadt hielt dazu bereits im vergangenen Herbst fest, dass das Tragwerk nicht mehr den heutigen Normen entspricht. Bei zu hoher Schneelast müsste das Stadion vorübergehend geschlossen werden.
Der Grund für die Priorisierung der Investitionen für die nächsten Jahre ist, dass die Bündner Kantonshauptstadt seit 2020 307 Millionen Franken in ihre Infrastruktur investiert hat. Dadurch sank der Selbsfinanzierungsgrad – also der Anteil der Investitionen, welche die Stadt ohne neue Schulden stemmen kann – in den vergangenen Jahren deutlich.