Churer Fest bleibt die grosse Ausnahme
Bereits neun Monate vor dem Anlass im August 2021 hat das OK des Churer Festes das Handtuch geworfen. Es ist ein Pessimismus, der ansonsten in der Event-Branche so nicht geteilt wird. Auch jene Anlässe, die bereits im März auf dem Programm stehen, werfen die Flinte noch nicht ins Korn.
Rund 14 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Engadin Skimarathon möchten am 14. März durchs Oberengadin skaten. «Und wir werden alles unternehmen, dass sie dies auch dürfen», äusserte sich Marathon-Geschäftsführer Menduri Kasper gestern. Die Organisation stehe zwar seit Ende Oktober zum grössten Teil still, «damit wir unnötige Kosten verhindern können». Trotzdem wird Kasper eine Marathon-Absage erst «zum letztmöglichen Zeitpunkt» verkünden – am 6. Januar. Falls die Durchführung möglich sei, werde das erfahrene Team mit einem Sondereffort und hoher Flexibilität den Anlass in wenigen Wochen organisieren können.
Entscheid erst Wochen zuvor
Das Sunice-Festival, die Megaparty an den Hängen oberhalb von St. Moritz, will vom 19. bis 21. März die Fans elektronischer Musik anlocken. «Wir warten ab, wenn nötig bis in den Februar hinein», sagte dazu auf Anfrage Mediensprecherin Céline Keller. Nachdem schon die Premiere im letzten Winter abgesagt werden musste, wollen die organisierenden Studenten nicht vorschnell eine Absage verkünden. Erwartet würden 5000 Musikfreaks, sollte aber ein Festival mit höchstens 1000 Teilnehmenden bewilligt werden, ist dies gemäss Keller ein denkbares Szenario. Wie es auch eine Verschiebung in den Sommer sei.
Dagegen wird die Versammlung der über 2500 Inhaberinnen und Inhaber von Partizipationsscheinen der Graubündner Kantonalbank am 24. April wohl abgesagt. GKB-Mediensprecher Daniel Daester bestätigte diese Tendenz zwar auf Anfrage nicht, er dementiert sie aber auch nicht. Entschieden werde erst in den nächsten Tagen.
Optimistische Sommer-Events
Zuversichtlicher als das Churer Fest zeigen sich andere Veranstalter von Sommer-Events. Wenige Wochen nach dem Churer Fest zog in der Vergangenheit die Schlagerparade durch Churs Strassen. «Wir sind optimistisch und glauben an die Durchführung der Schlagerparade im September», so OK-Mitglied Esra Buchli. Wie andere Veranstalter hofft Buchli, unter anderem mit der baldigen Freigabe eines Impfstoffs der Pandemie entgegentreten zu können. Ob dann aber eine Parade im herkömmlichen Sinn organisiert werden könne, sei offen. Noch würden keine schriftlichen Verträge mit den Interpreten abgeschlossen und die Vorbereitungen aufs Nötigste reduziert. Anfang März werde die Situation neu analysiert.