«Chreis4» besucht Davos
In einer Welt, in der das «Normale» allgegenwärtig ist, erscheint das «Anormale» mitunter als spannende Alternative. Mit 72 Akteuren war das Kontingent hinsichtlich eines Kanonenstarts gefüllt. Exakt um 13 Uhr wurde auf allen Tees abgeschlagen. Einmal mehr bescherte der Davoser Sommer beste Wetterbedingungen, die sich gar über das Turnier hinaus behaupten sollten, sodass dem Apéro auf der Terrasse des Restaurants Bräma kein himmlisches Ungemach in die Quere kam.
«Don't be to sane, play hard, loaf easily»
So lautet das Motto im «Chreis4» und will sagen: Sei nicht zu vernünftig, spiele hart, bleibe trotzdem leichtfüssig. Tönt schon schräg, oder? Es scheint, dass es sich hierbei exakt um jenes Elexier handelt, das den üblichen Golfrahmen sprengt und letztlich Anreiz schafft, mal hinter diese anders gelagerte Golfkulisse zu blicken. Die freundschaftliche Stimmung in den Flights sorgte für augenscheinliche Lockerheit und auffallend viel Gelächter: Allerorten waren Rufe der ausgelassenen Freude zu vernehmen, und dank der Spielform «Scramble» (das Team schlägt jeweils von der besten Ball-Lage ab) stand hervorragenden Resultaten trotzdem nichts im Weg.
Runde des Lebens
Das Davoser Team mit Michael Illi, Stephan Koeferli, Nataliya Wasescha und Esther Heldstab spielte gemäss eigener Aussage «die Runde ihres Lebens». Sie lochten nach 18 Löchern acht Schläge unter Par ein, nach Abzug ihrer Vorgabe erreichten sie gar 46 Nettopunkte. Was für eine Leistung! Der höchstdotierte Preis bei diesem Turnier, so will es die Tradition, erhält nicht das Siegerteam, sondern dasjenige, das auf dem vierten Platz landet – all die vor- oder nachfolgenden Plätze interessieren hier niemanden, geht es um die clubinterne Ehrung. Mit 50 Punkten netto erreichte diesen angestrebten vierten Rang das Team mit Tobias Gut, Beat und Stephanie Ehrensberger sowie Astrid Gut.
Wenn Sport hilft
Wissentlich oder unwissentlich starteten alle Teams für einen ehrenbaren Zweck. Für jeden erspielten Birdie erhielt Miro Waldvogel 44 Franken Sponsoring. Miro ist körperlich eingeschränkt, und Golfen ist seine Passion. Erfreulicherweise kommt er mit seinem körperlichen Handicap (Zelebralparese) golferisch bestens zurecht. Er spielt den Ball mit einem Arm: «Sport ist mein Leben und Golf definitiv im erweiterten Sinne ein Sport für Einarmige. Wenn ich den Ball sauber treffe, kann ich genauso gut spielen wie jeder andere.» Was für ein Kämpferherz!