«Wir haben es 150 Jahre lang verbockt ...
Beim Gespräch vom vergangenen Mittwoch ging es um die Frage, was mit dem in der Atmosphäre akkumulierten C0₂ zu tun sei. Wie es um die aktuelle Situation steht, wusste zum Auftakt des Gesprächs Jan Sedlacek, Klimamodellierer am PMOD/WRC, zu berichten: «Gegenwärtig gibt es bereits zu viel C0₂ in der Atmosphäre, um das im Pariser Klimaabkommen festgelegte Ziel einer Erwärmung von 1,5 Grad einhalten zu können.» Im Gegenteil, man steure auf global wirksame Kipppunkte zu, wie etwa ein Auftauen des Permafrosts. Diese würden zu einem irreversiblen zusätzlichen Ausstoss von Klimagasen führen.
Gegenwärtig gibt es bereits zu viel C0₂ in der Atmosphäre, um das Ziel einer Erwärmung von 1,5 Grad einhalten zu können.»
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Um das Ziel der Schweiz von netto Null bis 2050 zu erreichen, reiche auch der völlige Wegfall neuer Kohlendioxyd-Emissionen nicht aus, erklärte Peter Richner und stellte eine mögliche Lösung vor. Der Leiter der neuen EMPA-Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» will dieser das bereits enthaltene C0₂ wieder entnehmen und binden. «Die Decarbonisierung des Energiesystems läuft. Es braucht noch etwa zwanzig Jahre, dann haben wir mehr als genug Energie aus alternativen Quellen», sagte er zuvor. Den zusätzlich noch nötigen Schritt beschrieb er plakativ: «Wir haben es 150 Jahre lang verbockt, nun muss 200 Jahre lang aufgeräumt werden.» Doch dieses Aufräumen koste, während der weitere Ausstoss von Klimagas noch immer gratis sei. Einen Weg sieht er in der Abscheidung des in der Luft vorhanden C0₂ und dessen Weiterverwendung.