Bundesrätin Simonetta Sommaruga tritt zurück
Seit zwölf Jahren ist die SP-Politikerin Simonetta Sommaruga Teil des Bundesrats. An einer Medienkonferenz am frühen Mittwochnachmittag gab sie ihren Rücktritt bekannt. Ihr Mann ist vor kurzem schwer erkrankt.
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Sommaruga ist mit dem 78 Jahre alten Schriftsteller Lukas Hartmann verheiratet. Erst am Montag war die Bundesrätin nach einer Woche Unterbruch wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Ihr Departement teilte dazu mit, dass es ihrem Ehemann den Umständen entsprechend gut gehe.
Nun tritt Sommaruga grösstenteils aus privaten Gründen zurück, wie sie vor den Medien bekanntgab. Erst vor einem Monat hatte Finanzminister Ueli Maurer seinen Rücktritt per Ende Jahr angekündigt. Der 71-Jährige ist der derzeit amtsälteste Magistrat. Seine Nachfolge wird im Dezember bestimmt.
In Coronakrise auf die Probe gestellt
Sommaruga war am 22. September 2010 im Alter von fünfzig Jahren in den Bundesrat gewählt worden, als Nachfolgerin von Moritz Leuenberger. Das Engagement bei der Stiftung für Konsumentenschutz hatte der Pianistin 1999 den Sprung von der Exekutive der Berner Vorortsgemeinde Köniz in den Nationalrat ermöglicht. 2003 gelang es ihr dann, Berns bürgerliches Bollwerk im Ständerat zu sprengen.
In ihrer eigenen Partei ist Sommaruga nicht unumstritten, manchen ist sie zu liberal. Ihre Fähigkeiten werden jedoch von links bis rechts anerkannt, ihre zwei Präsidialjahre 2015 und 2020 mit vielen Repräsentationsanlässen meisterte sie mit Bravour. Unvergessen bleibt ihre Rolle als besonnene Bundespräsidentin zu Beginn der Coronapandemie, als sie sich fast täglich an die Bevölkerung wandte.