Bündner Regierungswahlen mit Rekord-Stimmbeteiligung
Graubünden hat am Sonntag die Bündner Regierung und das Parlament neu gewählt. Die grosse Wahlsiegerin ist die SVP. Doch auch abseits der neuen Sitzverteilung gibt es einige interessante Zahlen und Fakten rund um die Wahlen. Keystone-SDA hat sie zusammengetragen.
Die Stimmbeteiligung
Die Bündner Regierung wählten in Graubünden so viele Menschen wie noch nie in diesem Jahrtausend. Die Stimmbeteiligung betrug 49,59 Prozent. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch 2022. Die zweitbeste Stimmbeteiligung gab es 2002, als im ersten Wahlgang 46,59 Prozent die Regierung bestimmten. Die hohe Stimmbeteiligung dürfte mit der nationalen Abstimmung zur SVP-Initiative über die 10-Millionen-Schweiz zusammenhängen. Dort betrug die Stimmbeteiligung nämlich gar 59,42 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung wies bei den Regierungsratswahlen Buseno auf (84,78 Prozent), die tiefste Cama (36,55 Prozent).
Der grosse Umbruch
Insgesamt wählten die Bündnerinnen und Bündner 43 neue Grossrätinnen und Grossräte im Vergleich zum aktuellen Parlament. Da Valérie Favre Accola den Sprung in die Bündner Regierung schaffte und gleichzeitig als Grossrätin ebenfalls wiedergewählt wurde, werden sogar 44 neue Ratsmitglieder ab August im Parlament Einsitz nehmen. Der Umbruch kommt nicht aus dem Nichts, verzichtete doch ein Fünftel der aktuellen Ratsmitglieder auf eine Wiederwahl. Aber auch einige prominente Vertreter, die sich erneut zur Wahl stellten, müssen die Segel streichen. So schafften mit Oliver Hohl (FDP), Reto Loepfe (Mitte) oder Gaudenz Bavier (GLP) langjährige Ratsmitglieder den Sprung in den Rat nicht mehr.
Die Frauenvertretung
Während die Bündner Regierung weiblicher wird und erstmals zwei Frauen den Sprung in die fünfköpfige Regierung schafften, ist der Frauenanteil im Parlament leicht tiefer als zuvor. Neu sind 38 der Ratsmitglieder weiblich, zuvor waren es deren 42. Bei den letzten Wahlen 2022 wählten die Bündnerinnen und Bündner 40 Frauen ins 120-köpfige Parlament. Dieser Wert stieg aber durch vorzeitige Abgänge auf 42 an. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien sind bezüglich Frauenvertretung im neuen Parlament gross. Während bei der SP und den Grünen eine Frauenmehrheit vorherrscht, überwiegen die Männer bei den anderen Parteien. Am deutlichsten bei der SVP mit einem Männeranteil von 89 Prozent.