Bündner Regierung zu Besuch bei Cassis
Ignazio Cassis versprach es nach seiner Wahl zum Bundesrat, jetzt möchte er den Worten mit Taten folgen, heisst es in einer Mitteilung des Bundes: «Als Vertreter der italienischen Schweiz und den Randregionen habe ich versichert, dass ich mich für die Minderheitssprachen Italienisch und Rätoromanisch einsetzten würde», sagte Bundesrat Cassis nach dem Treffen. Im vergangenen Jahr besuchte Cassis die Val Müstair, Lostallo und Chur. In diesem Jahr war er zu Besuch in Zuoz, wo die Rumantschia das 100-Jahr-Jubiläum der Lia Rumantscha gefeiert hat. Und jetzt stand das jährliche Treffen mit der Regierung auf dem Programm.
Viersprachigkeit der Schweiz
Bundesrat Cassis verwies dabei auf die Wichtigkeit des Kapitels «gesellschaftlicher Zusammenhang» in der Kulturbotschaft 2021–2024, die derzeit in der Vernehmlassung ist. Diese will nämlich die schulischen Austauschaktivitäten zwischen den Sprachgemeinschaften verstärken und ein Austauschprogramm für Lehrpersonen einrichten. In diesem Tätigkeitsfeld sollen Mehrmittel in der Höhe von 2,5 Mio. Franken pro Jahr investiert werden. Zur Förderung des Rätoromanischen sollen zudem rätoromanische Bildungsangebote ausserhalb des Kantons Graubünden unterstützt werden. Es geht darum, die Viersprachigkeit der Schweiz zu stärken.
In diesem Zusammenhang erwähnte Bundesrat Cassis den Vorschlag, den er am 2. August in Zuoz gemacht hatte: Eine Woche der rätoromanischen Sprache in den Schweizer Vertretungen im Ausland einzuführen («Emna da la lingua rumantscha»). In seiner Rede am Jubiläumsanlass zu «100 Jahre Lia Rumantscha» hatte er betont, dass das Rätoromanische für die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz wichtig ist. Um die Stärkung der beiden Minderheitssprachen geht es auch an der Tagung «Die Schweiz ist auch Italienisch und Rätoromanisch», die das EDA Ende November 2019 gemeinsam mit dem Eidgenössischen Departement des Innern EDI organisiert.