Bündner Ratslinke fordert mehr Unterstützung für Frauenhaus
Die Auslastung des Frauenhauses Graubünden ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Mit einem politischen Vorstoss fragt SP-Grossrätin Xenia Bischof die Regierung an, ob sie bereit sei, bei der Finanzierung nachzubessern. Regierungsrat Marcus Caduff winkt ab.
Das Frauenhaus Graubünden schlug im Jahresbericht 2025 Alarm. Die Auslastung der Schutzplätze habe 2025 91 Prozent betragen. Ausserdem schrieb das Frauenhaus im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 182'000 Franken. «Dieses Ergebnis zeigt auf, dass selbst bei nahezu vollständig belegten Schutzplätzen der Betrieb weit von einer Vollfinanzierung durch die öffentliche Hand entfernt ist. Ohne die zahlreichen Spenden könnte das Frauenhaus nicht betrieben werden», hält das Frauenhaus in seinem Jahresbericht fest.
Diese Aussagen riefen die Politik auf den Plan. SP-Grossrätin Xenia Bischof reichte im Bündner Parlament einen Vorstoss ein und fragte bei der Bündner Regierung nach, ob sie bereit sei, die finanziellen Ressourcen aufzustocken. «Eine Auslastung von 91 Prozent entspricht nicht der Istanbul-Konvention, dort ist eine Auslastung von 75 Prozent verankert», so Bischof. Und auch dann sei es schwierig, sofortige Anschlusslösungen zu finden. Die Istanbul-Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarats aus dem Jahr 2011 zur umfassenden Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.
In die gleiche Kerbe schlug ihre Parteikollegin und frühere Stiftungsrätin des Frauenhauses, Renate Rutishauser. «Aus meiner Zeit im Stiftungsrat weiss ich, wie viel Eigenleistung notwendig war, um den Betrieb und die wichtige Öffentlichkeitsarbeit wenigstens teilweise zu gewährleisten. Wir haben Veranstaltungen durchgeführt, Kleiderbörsen organisiert, Kuchen gebacken und Spendengelder gesammelt.»