Brasiliens Justiz ermittelt gegen Bolsonaro-Sohn Flávio
Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro ist wegen der Finanzierung eines Films über seinen Vater Jair Bolsonaro ins Visier der Justiz geraten.
Die Bundespolizei untersucht mögliche Geldwäsche, illegale Kapitaltransfers, Korruption und weitere Straftaten im Zusammenhang mit der Produktion von «Dark Horse» (Dunkles Pferd), wie mehrere Medien aus teilweise öffentlich gewordenen, derzeit nicht abrufbaren Ermittlungsunterlagen, zitieren.
Im Mittelpunkt steht die Finanzierung des Films durch Daniel Vorcaro, den früheren Eigentümer des inzwischen abgewickelten Finanzinstituts Banco Master. Gegen Vorcaro und sein Umfeld ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts auf milliardenschwere Finanzdelikte, darunter Betrug, Geldwäsche und Korruption. Der Oberste Gerichtshof (STF) bezeichnete den Fall als mutmasslich einen der grössten Finanzbetrugsfälle in der Geschichte Brasiliens. Für den Film soll Vorcaro rund 61 Millionen Real (etwa 10 Millionen Euro) bereitgestellt haben.
Die Ermittlungen gegen Flávio Bolsonaro – Senator des rechten Partido Liberal (PL) – wurden bereits im Juli auf Antrag der Bundespolizei vom Richter André Mendonça am Obersten Gerichtshof genehmigt. Öffentlich bekannt wurden sie nun, nachdem Mendonça Teile der bislang geheimen Unterlagen freigegeben hatte.
Flávio Bolsonaro hatte den Angaben zufolge selbst mit Vorcaro über die Finanzierung gesprochen. Die Bundespolizei bezeichnet ihn in einem Bericht als «direkten Ansprechpartner» des früheren Bankiers. Die Polizei untersucht dabei unter anderem Herkunft und Verbleib des Gelds. Flávio Bolsonaro bestreitet Unregelmässigkeiten und erklärt, es habe sich um private Finanzierung gehandelt.