Bohli fährt im Fokus der Radsportwelt
So schnell bringt Tom Bohli nichts aus der Ruhe. Auch am Tag vor dem Start des 102. Giro d'Italia ist der Radprofi aus Rieden locker drauf, gibt vor dem Training am Morgen gesprächig Auskunft, lacht und macht Sprüche. Dabei wird es für den 25-Jährigen die Premiere an einer «Grand Tour». Nur der Giro, die Tour de France und die Vuelta a Espana dürfen sich als die drei grössten Landesrundfahrten mit diesem Prädikat schmücken.
21 Etappen warten am diesjährigen Giro d'Italia auf die Fahrer. Bis zum Ziel am 2. Juni in Verona sind 3578 Kilometer, gespickt mit über 40 000 Höhen- metern, zu bewältigen. «Viele sprechen vom schwersten Giro, den es je gab», sagt Bohli. Klar flösst dies dem Debütanten einen gehörigen Respekt ein, besonders wenn er an die neun, teils brutal anspruchsvollen Bergetappen denkt: «Das wird für viele, mich eingeschlossen, ein Kampf um die Karenzzeit.» Denn für den Fahrer des UAE Team Emirates ist klar: «Ich probiere fertig zu fahren und das Ziel in Verona zu erreichen.»
Für den Sprinter im Team fahren
Im Feld der 176 Fahrer, die am Samstag ins Rennen gehen, ist Bohli, der die Startnummer 212 trägt, einer von nur drei Schweizern. Er hat sich in den letzten Tagen mit vielen Berufskollegen unterhalten. Ein Tipp, den er immer wieder bekommen hat: «An einem schlechteren Tag nicht unnötig mit irgendwelchen Aktionen zusätzlich Kräfte verschleissen.» Ebenso nimmt er sich vor, nur von Etappe zu Etappe zu schauen. Damit, wie die einzelnen Teilstücke im Detail aussehen, hat er sich im Vorfeld nicht beschäftigt.
Viele sprechen vom schwersten Giro, den es je gab. Das wird für viele Fahrer, mich eingeschlossen, ein Kampf um die Karenzzeit.»