3000 Kilometer Sand
Wir sind immer noch in Peru unterwegs, dieses Land zieht sich hin. Armselige Strassendörfer wechseln sich mit Wüstenabschnitten ab. Zusammen mit vielen Lastwagen bewältigen wir Sanddüne um Sanddüne, bis 2200 m ü. M. hoch, um kurvenreich ins nächste Tal abzutauchen. Flüsse hoch aus den Anden bringen genügend Wasser, um im Talboden Olivenfelder, Fruchtbäume und vieles mehr gedeihen zu lassen. Die Hauptstadt Lima umfahren wir weiträumig, uns ist der Riesenstadtverkehr nicht geheuer. Mitten im Wüstengebiet begegnen wir den Ausserirdischen, die Nascalinien, die noch heute die Forscher beschäftigen. Skurile Striche formen sich zu Figuren, die weitläufig übers Land ziehen. Auch Erich von Däniken liess sich von denen inspirieren. Um den ganzen Überblick zu bekommen, gibt es organisierte Flugtouren. Wir nähern uns auf der Autobahn Chile und planen zwei Stunden ein, um die Grenzformalitäten zu erledigen. Wir verpassen die Zufahrt zum Ausreisezoll, um nicht einen riesigen Umweg unter die Räder zu nehmen, rät uns ein zufällig parkierter Polizist, die zwei Kilometer einfach langsam auf dem Pannenstreifen rückwärts zu fahren! Die Einreise Chiles wickelt sich normal kompliziert ab, ein offensichtlich wichtiges Dokument benötigt sechs Stempel, also sechsmal den Schalter wechseln, währenddessen sich das Womo auf Backofentemperatur aufheizt. Die Früchte/Gemüsekontrolle klappt auch, nur meine verdorrten Geburtstagsblumen und ein halber Lauchstengel werden konfisziert, wir könnten losfahren aber … auf der Ausfahrt wird doch tatsächlich nochmals alles kontrolliert und die Stempel gezählt.
Chile präsentiert sich von Anfang an sauberer als Peru und Kolumbien. Die Baracken sind stabiler gebaut, meistens hinter hohen Bretterwänden, wie wir bald merken als Windschutz, sogar der Abfall wird ziemlich zentral aufgetürmt. Es sind Putzequipen unterwegs, die von Hand den Müll der Strasse entlang einsammeln, mit einem Besenwagenmann hinterher, der den Pannenstreifen mit einem Palmenwedel noch sauber streichelt.