Bestatter schafft in der Region ein Novum für Tierfreunde
Ein paar Sonnenstrahlen dringen durch das Herbstkleid der Bäume. Das Rascheln von Laub ist zu hören. Sonst nichts. «Ein Ort der Stille», bezeichnet Bestatter Christian Büsser die Waldlichtung im Joner Herrenhölzli. Vom Parkplatz des Cevi-Hauses führt ein schmaler Pfad gut 50 Meter zur Lichtung. Hier steht seit letzter Woche der erste Tierfriedhof der Region. Büsser hat dafür einen kleinen Teich angelegt und Holzbalken als Sitzgelegenheit aufgebaut. Wobei – die Balken dienen auch der Absperrung. «Ich will nicht, dass Biker die Ruhe stören», sagt er mit ernster Miene.
Denn fortan sollen hier alle möglichen Arten von Haustieren ruhen. Aiden und Rocky, eine Katze und ein Hund, liegen bereits da. Beziehungsweise ihre Asche. «Es gibt keine Erd- oder Urnenbeisetzung, sondern es ist ein Ort, an dem die Asche verteilt werden kann», erklärt Büsser. Um Aiden und Rocky zu gedenken, dient ein grosser Grabstein. Darauf angebracht sind Schilder, auf denen ihre Namen eingraviert sind. Weitere sollen folgen: «Es hat auf dem Stein fast unbegrenzt Platz für weitere Namenstäfelchen», sagt er. Ein zweiter Stein stünde bei Bedarf auch schon bereit.
Coronaeffekt bei Haustieren
Interesse sei da. Deshalb hat der 56-Jährige letzten Winter das Waldstück erworben. Seit 30 Jahren führt er in Jona einen Bestattungsdienst. «In letzter Zeit kam immer öfter die Frage auf, ob ich auch Tiere bestatte.» Corona und das dadurch gestiegene Bedürfnis nach Vierbeinern habe seinen Teil dazu beigetragen, sagt Büsser. «Tiere erhalten einen immer grösseren Stellenwert. Von daher verdienen sie auch einen Ort, wo man sich an sie erinnern kann – wie bei anderen Familienmitgliedern auch.»
Einsprache wegen Tierfriedhof
Allerdings brauchte Büsser etwas Geduld. Eine Einsprache verzögerte den Bewilligungsprozess bei der Stadt Rapperswil-Jona. Gemäss Bauverwaltung waren die Bedenken gegenüber dem Tierfriedhof vielfältig: Möglicherweise kontaminierte Asche, die Erschliessungsfrage und der Standort Wald per se warfen Fragen auf. Darum wurde eine Vorprüfung mit den kantonalen Stellen durchgeführt.