Bessere Unwetterwarnung für Europa: Neuer Satellit im All
Satellitentechnik
Er soll Warnungen vor Stürmen und Sturzfluten verbessern und bei der Überwachung aktiver Waldbrände helfen: Dafür ist der neue europäische Wettersatellit «Meteosat Third Generation Imager-2» (MTG-I2) ins All gestartet.
Der Satellit hob am späten Abend an Bord einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab, wie der Raketenbetreiber Arianespace auf der Plattform X mitteilte. Bis er seinen Zielorbit erreicht, wird es etwa zehn Tage dauern.
Für den 3,8 Tonnen schweren Satelliten hat auch der Technologiekonzern OHB in Bremen entscheidende Teile gebaut. Der Satellit gehört zu einer neuen Generation von Wettersatelliten. Teil der Reihe sind Imager-Satelliten mit abbildenden Instrumenten sowie Sounder-Satelliten mit spektroskopischer Ausrüstung. MTG-I2 vervollständigt eine Konstellation in 36'000 Kilometern Höhe, die bereits aus einem ersten Imager- und einem Sounder-Satelliten besteht.
Während der erste Imager die gesamte Erde in den Blick nimmt, macht MTG-I2 ein Bild nur von Europa und Nordafrika. Der Satellit erstellt alle zweieinhalb Minuten eine neue Aufnahme und damit deutlich häufiger als seine Vorgänger. Zusammen können die drei Satelliten rasch entstehende Phänomene sichtbar machen – etwa Gewitterwolken, Waldbrand-Hotspots oder vulkanische Aschewolken. Das soll die kurzfristige Vorhersage und damit auch die Warnung etwa vor Hagel, Sturzfluten und Starkwind verbessern. Auch Waldbrände sollen sie schneller erkennen und so die aktive Überwachung unterstützen.
Gewitter früher erkennen