Benko soll Tanner-Unterschrift nachträglich eingefügt haben
Der frühere Immobilienmilliardär René Benko soll einem Medienbericht zufolge die Unterschrift des Lindt-&-Sprüngli-Verwaltungsratspräsidenten Ernst Tanner nachträglich auf einen Gesellschafterbeschluss der Signa Holding gesetzt haben.
Das berichtet die «Kronen Zeitung» unter Berufung auf Ermittlungen der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Der Schweizer Unternehmer Tanner war Mitgesellschafter der inzwischen Pleite gegangenen Signa Holding.
Neben Tanners Unterschrift sollen auch jene der Investoren Torsten Töller und Hans Peter Haselsteiner nachträglich in das Dokument eingefügt worden sein, wie die Zeitung am Wochenende weiter berichtete. Der Beschluss stammt demnach aus dem Dezember 2021 und betraf Benkos Dienstvertrag.
Besonders brisant soll der Zeitpunkt sein: Die Unterschriften sollen am 28. November 2023 ergänzt worden sein – einen Tag vor dem Insolvenzantrag der Signa Holding. Die Ermittler prüfen deshalb dem Medium zufolge den Verdacht der Urkundenfälschung.
Benko weist Vorwürfe zurück
Benko weist den Vorwurf zurück. Sein Anwalt erklärte gegenüber dem «Standard», alle Entscheidungsträger hätten dem Inhalt zuvor ausdrücklich zugestimmt. Das Dokument sei lediglich «für die Buchhaltung nachgezogen» worden und habe Benko keine besseren Konditionen verschafft.
Parallel untersucht die Staatsanwaltschaft weitere Vorwürfe wegen mutmasslicher Gläubigerschädigung. Dabei geht es unter anderem um Mietzahlungen, Garantien und Verpflichtungen in Millionenhöhe kurz vor und nach dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe. Auch diese Vorwürfe bestreitet Benko.