Ausstellung zeigt Friedrich Dürrenmatts Blick in die Zukunft
Das Centre Dürrenmatt Neuchâtel stellt ab Freitagabend zu «Zukunftsvisionen» aus. Bereits bei Dürrenmatt hat künstliche Intelligenz eine Rolle gespielt – das zumindest insinuiert die Schau, bei der zeitgenössische Kunstschaffende gastieren.
Friedrich Dürrenmatt hatte ein Flair für Science-Fiction und das Unheimliche. Das zeigt sich in einigen Werken des Schriftstellers besonders, mit denen er schon vieles unserer Gegenwart aufgriff. 1958 erahnte er im Gedicht «Elektronische Gehirne» das Aufkommen der künstlichen Intelligenz, also fast 70 Jahre im Voraus, schreibt das Centre Dürrenmatt.
Auch andere seiner Zukunftsvisionen klingen heute ziemlich zeitgeistig: In «Das Unternehmen der Wega» aus dem Jahr 1954 beschäftigte sich Dürrenmatt mit der Eroberung des Weltraums. 1981 kündigte er in der Erzählung «Der Winterkrieg in Tibet» einen atomaren Dritten Weltkrieg und ein Leben im Bunker an. Und in der 1992 posthum veröffentlichten Erzählung «Der Versuch» haben schliesslich Computer die Macht übernommen und stellen sich die Frage zu ihrem eigenen Ursprung.
Diese Zukunftsvisionen Dürrenmatts sind Ausgangslage für die Ausstellung, die der Frage nachgeht, welche Utopien und Dystopien wir uns vorstellen können. Die entsprechenden literarischen, aber auch bildnerischen Arbeiten Dürrenmatts werden in der Schau durch Werke zeitgenössischer Kunstschaffenden kommentiert.
Gegenwärtige Echos
Als gegenwärtiges Echo zu Dürrenmatts Zukunftsvisionen nimmt Ernestyna Orlowska teil, die sich zwischen Bildender Kunst, Choreografie und Performance bewegt. In ihrer Arbeit untersuche sie, wie neoliberale Logiken Körper, Verhalten und zwischenmenschliche Beziehungen prägen, schreibt das Centre Dürrenmatt.