Ausserrhoden macht seltene Filmaufnahmen vom Säntis zugänglich
Das Ausserrhoder Staatsarchiv hat drei Filmarchive mit Seltenheitswert digitalisieren lassen und öffentlich zugänglich gemacht. Zu sehen sind etwa rare Filmaufnahmen der noch jungen Säntis-Schwebebahn aus den 1940er Jahren des bekannten St. Galler Fotografen Guido Gross.
Frauen und Männer stapfen in einer herrlich verschneiten Landschaft einen steilen Hang zum Säntis hinauf, die Skifahrerinnen in Pluderhosen und die Männer teils mit Krawatten. Immer wieder blicken sie freundlich lächelnd in die Kamera. Später fahren sie die verschneiten Hänge auf Holzskiern wieder hinunter. Nicht nur, dass die Aufnahmen schwarz-weiss sind, sondern auch die Skikleidung und -ausrüstung lassen schnell erahnen, dass diese aus einer anderen Zeit stammen müssen.
Und so ist es auch. Die Filmaufnahmen erstellte der bekannte St. Galler Fotograf Guido Gross (1917–1993) um 1940 herum. Er führte das Traditionsgeschäft «Foto Gross» an der Grossackerstrasse in der Stadt St. Gallen zusammen mit seinem Bruder.
«Der Film von Guido Gross zum Skifahren am Säntis hat sicher Seltenheitswert. Uns ist bis jetzt kein anderer solcher Film bekannt», sagt Myrta Gegenschatz, wissenschaftliche Archivarin im Ausserrhoder Staatsarchiv, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Die halsbrecherischen Abfahrten der Skifahrerinnen und Skifahrer haben mich wirklich fasziniert.»
Die junge Säntis-Schwebebahn im Bild
Besonders sei der Film nur schon deshalb, weil er Frauen und Männer bei der Ausübung eines Hobbys zeige, als Freizeit noch ein rares Gut gewesen sei, so Gegenschatz. «Er ist zudem ein schönes Zeugnis des Wintertourismus' zur damaligen Zeit.»
Guido Gross filmte um 1940 herum auch die Säntis-Schwebebahn, als sie erst wenige Jahre in Betrieb war. Eröffnet worden war diese im Jahr 1935. Zu sehen sind unter anderem die ersten Gondeln der Bahn, die damals je 35 Personen Platz boten. Die zuletzt eingesetzten Kabinen konnten jeweils über 80 Passagiere transportieren.