Audrey Werro spricht mit Duplantis über Weltrekorde
Noch vor einem Jahr war Audrey Werro eine wenig bekannte Leichtathletin. Nun sitzt sie im Vorfeld von Weltklasse Zürich neben Armand Duplantis auf dem Podium und beantwortet Fragen zu Weltrekorden.
«Ich fühle mich schon ein bisschen unter Druck», gesteht Audrey Werro, die vor einem Jahr mit dem Sieg beim Diamond-League-Final im Zürcher Letzigrund ihre internationale Karriere auf die Erfolgsspur brachte. «Die Leute erwarten nicht nur einen Sieg, sondern immer auch gleich einen Weltrekord.»
Inzwischen bewegt sich die 22-jährige Freiburgerin in sportlichen Sphären, die lange kaum vorstellbar schienen. Die 800 m der Frauen erleben eine aussergewöhnliche Phase. Gleich mehrere Athletinnen laufen Zeiten, die den jahrzehntealten Weltrekord plötzlich wieder in Reichweite rücken lassen. 1:53,28 Minuten lief Jarmila Kratochvilova 1983. Mehr als vier Jahrzehnte später erscheint diese Marke nicht mehr unantastbar.
Werro selbst ist bereits bis auf 52 Hundertstel an den Weltrekord herangekommen. Doch dem Rekord verbissen hinterherjagen will sie nicht . Dafür brauche es ein perfektes Rennen, sagt sie: «Vielleicht werde ich es sein, vielleicht jemand anderes. Letztlich ist alles möglich.» Den Weltrekord ausgerechnet in Zürich zu brechen, würde sie allerdings reizen. Es wäre, sagt Werro, «eine schöne Art, sich in die Geschichte einzuschreiben».
Der letzte Schritt ist wohl der grösste
Die letzte halbe Sekunde dürfte die schwierigste sein. Vielleicht hilft dabei die Rivalität, die Werro als gesund empfindet. Abseits der Bahn verstehen sich die Konkurrentinnen gut, im Rennen will jede gewinnen. Dieser Gegensatz kann befruchten: miteinander lachen und sich wenig später auf zwei Bahnrunden nichts schenken.