Auch neue Saaten brauchen Pflege
Dass er Hauser heisst, ist eine der Voraussetzungen. Pankraz Hauser ist seit gut einem Jahr Präsident der Schatz- und der Saatenkorporation Glarus und Riedern. In beiden wird man nicht einfach so Mitglied. Als solches muss man geboren werden, männlich sein, ledig in der Gemeinde Glarus oder verheiratet im Kanton wohnen und zum Nachnamen Freuler, Jakober oder Hauser heissen. Oder einen der 14 weiteren Familiennamen tragen, die sich in der langen Geschichte der Korporationen einst einer der beiden angeschlossen hatten. Zu ihnen zählt heute allerdings keines der insgesamt 55 Mitglieder mehr, weil alle mit solchen Namen verstorben oder weggezogen sind.
Denn in den Korporationen taten sich ursprünglich nur katholische Familien zusammen, um vorwiegend im Norden des damaligen Ortes Glarus Land zu kaufen. Die Schatzkorporation wurde 1828 gegründet, die Saatenkorporation 1844 – beide aus der Not heraus und mit dem Zweck, auch in schlechten Zeiten selbst angebaute Lebensmittel ernten zu können (siehe Artikel unten).
Zügeln verboten
In Glarus ist auch der heute 68-jährige Pankraz Hauser aufgewachsen. Und weil schon sein Vater zur Korporation gehörte, ging das Mitgliedsrecht auf den Sohn über. «Dann war ich jedoch 17 Jahre ausserhalb des Kantons, und dann kann man ja nicht mehr dabei sein.»
Die 16 Jahre nach der Schatz- gegründete Saatenkorporation feiert dieses Jahr ihr 175-jähriges Bestehen (Ausgabe vom 5. Juni). «Lange Jahre hatten die beiden Korporationen offenbar zwar den gleichen Vorstand, führten aber trotzdem separate Jahresversammlungen durch», erzählt Hauser. Aus den Unterlagen gehe zudem hervor, dass die Saaten- ursprünglich Güterkorporation geheissen habe. Später sei dann nach und nach alles zusammengelegt worden.
Reine Männersache
Katholisch muss ein neues Mitglied heute nicht mehr sein. «Das bin ich selbst nicht», sagt Hauser, «die Konfession spielt heute keine Rolle mehr.» Immer noch würden aber nur männliche Nachkommen aufgenommen.