Anlaufstelle für auswärtige Drogensüchtige in Zürich bleibt
Das Stadtzürcher Parlament hat sich klar für die Weiterführung der Anlaufstelle für auswärtige Drogenkonsumenten ausgesprochen. Die SVP forderte am Mittwoch deren sofortige Schliessung.
Die SVP verlangte erneut mehr Repression gegen Konsumentinnen und Konsumenten von Crack und Freebase. Die Schaffung einer Anlaufstelle an der Bederstrasse für Personen, die nicht aus der Stadt Zürich kommen, versuchte sie im Herbst 2025 per Vorstoss zu verhindern. Damit kam sie zu spät, darum forderte die Partei jetzt die sofortige Schliessung. Samuel Balsiger (SVP) fand etwa: «Auswärtige Konsumenten sollen immer wieder weggewiesen werden, bis sie zermürbt sind und nicht mehr kommen».
Keine der anderen Parteien unterstützte die Forderung. Eine Schliessung sei der falsche Weg, fanden sie. Mehrere Rednerinnen und Redner forderten aber auch, dass andere Gemeinden mehr Verantwortung für Drogenkonsumenten aus ihren Orten übernehmen müssten.
Menschen als Zalando-Päckli
So lehnte Rahel Hofstetter (GLP) den Vorstoss «entschlossen ab». Sie habe aber Sympathie dafür, weil andere Gemeinden ihre Verantwortung nicht wahrnehmen würden. Marita Verbali (FDP) sagte, ihre Partei sei durchaus kritisch bezüglich des Angebots für Auswärtige. Es müsse sich noch zeigen, ob dieses wirklich eine Entlastung bringe, die Schliessung sei aber falsch.
Deutlicher wurden die beiden AL-Vetreter Moritz Bögli und David Garcia Nuñez. «Sie sprechen über Menschen wie Zalando-Päckli», fand Garcia Nuñez. Wenn die SVP Lösungen wolle, solle sie mit Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und weiteren SVP-Vertretern aus anderen Gemeinden sprechen. «Stattdessen langweilen sie uns hier mit pseudo-provokativen Vorstössen».
Sein Parteikollege Bögli verwies darauf, dass ständiges Wegweisen schon im Bern der 1990er-Jahre nicht funktioniert habe. «Die Leute kamen einfach immer wieder». Der grösste Teil des Geldes gehe bei der Vier-Säulen-Politik in die Repression, nicht in die Prävention, meinte er. Noch mehr Repression bringe nichts.