Ammler leiden weiter unter der Blechlawine
An einem sonnigen Winterwochenende wie dem vergangenen herrscht in Amden Hochbetrieb. Im Arvenbüel ist kaum noch ein Parkplatz zu ergattern. Schon an der Strasse von der Autobahn nach Weesen zeigt eine Infotafel an, dass der Parkplatz dort oben belegt ist, damit die Gäste auf Alternativen ausweichen können. Verkehrslotsen sorgen dafür, dass es nicht zum Kollaps kommt. Bei sehr grossem Andrang wird die Strasse ins Arvenbüel komplett gesperrt.
Um den Verkehr besser zu lenken, hat Amden 2017 die Park-Infotafel in Weesen aufgestellt. Gesteuert wird sie von den Parkeinweisern via Handy. Im Sommer wird auf dem Schild über die Parkplatzsituation beim ebenfalls beliebten Seebeizli «Lago Mio» und in Betlis informiert.
Auch die Gemeinde Weesen informiert auf einer Infotafel über Parkmöglichkeiten im Dorf. Das Schild steht nicht weit weg von dem der Gemeinde Amden. Noch in diesem Frühjahr sollen beide Tafeln zusammengelegt werden. «So gibt es alle Infos auf einen Blick», sagt Ignaz Gmür, Gemeindeschreiber von Weesen. Ansonsten bliebe alles wie bisher.
Gäste sollen den Bus nehmen
Grosse Verbesserungen mit Blick auf die Verkehrssituation sind durch die Neuerung also nicht zu erwarten. Dem ein oder andern dürfte das missfallen, denn: «Die Verkehrssituation in Amden belastet die Einheimischen natürlich», sagt Gemeindepräsident Vogt. Nicht alle Einheimischen arbeiteten im Tourismus, für die meisten seien die vielen Autos sicherlich eine Belastung. Auf der Strasse nach Amden würden im Lehnirank, in der scharfen Kurve nach der Galerie, an belebten Tagen bis zu 7000 Autos in beide Richtungen gezählt. «So viele Parkplätze anzubieten, ist ein Ding der Unmöglichkeit».
Schön wäre es, wenn die Leute in Weesen am Schulparkplatz oder in Ziegelbrücke parken würden und dann mit dem Bus kämen, so Vogt. Die Parkgebühren, die Amden durch die vielen Gäste einnehme, gingen ohnehin für Personal und Schneeräumung wieder drauf. Ohne die Parkeinweiser geriete die Situation völlig ausser Kontrolle: «Wenn die Gäste einfach irgendwo parken würden, gäbe es Reklamationen von Anwohnern.»