Allianz: Über tausend Schiffe sitzen im Persischen Golf fest
Stillstand im Persischen Golf
Im Persischen Golf sitzen nach Allianz-Analyse ungeachtet des Rahmenabkommens zur Beendigung des Irankriegs noch etwa 1150 Schiffe fest. Der grösste deutsche Versicherer schätzt den Wert der blockierten Schiffe und ihrer Ladung auf etwa 125 Milliarden Dollar.
Der grösste deutsche Versicherer schätzt den Wert der blockierten Schiffe und ihrer Ladung auf etwa 125 Milliarden Dollar. Eine Auflösung dieses Staus würde demnach auch bei einer Normalisierung der Verhältnisse mehrere Wochen dauern. «Die Schifffahrt ist eine Geisel dieses Konflikts», sagte Justus Heinrich, ein leitender Schifffsversicherungsexperte der Tochtergesellschaft Allianz Commercial.
Der Iran hatte am Wochenende eine neuerliche Sperrung der Strasse von Hormus angekündigt und das mit der Nichteinhaltung der vereinbarten Waffenruhe im Südlibanon begründet. Folge ist nach Worten des Allianz-Fachmanns anhaltende Unsicherheit auf dem Meer: «Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) und auch deutsche Reeder (VDR) sagen, dass sie die Gefahr für Mannschaften und Schiffe noch nicht abschätzen können.» So lange fahren die Schiffe auch nicht."
«Heft des Handelns» in Teheran
Der Iran verfüge über einen sehr grossen Hebel, da zwischen 20 und 25 Prozent des globalen Handels mit Öl und Flüssiggas durch die Strasse von Hormus verlaufen. «Man kommt immer wieder an den Punkt, an dem der Iran das Heft des Handelns hinsichtlich der Situation für die Schifffahrt in der Hand hat», sagte Heinrich. Der Schifffahrtsfachmann verwies auf die Gründung der neuen iranischen Verwaltungsbehörde für den Persischen Golf und die Strasse von Hormus (PGSA). Diese solle die Versicherung der gesamten Schifffahrt in der Strasse von Hormus kontrollieren bzw. bestätigen, sagte Heinrich. «Die Route an der Küste des Omans gilt dabei nach jetzigem Stand als Verstoss gegen die Regeln des Iran mit allen möglichen Konsequenzen» – letztere Route hatte das US-Militär empfohlen.