Allianz: Hitze senkt Europas Wirtschaftsleistung
Die Hitzewelle dieses Sommers hat die europäische Wirtschaftsleistung für das laufende Jahr nach Schätzung der Allianz um 113 Milliarden Euro reduziert. Italien liege dabei auf Platz eins mit geschätzten Einbussen von 28 Milliarden Euro.
Auf Platz zwei kommt Deutschland mit 25 Milliarden Euro, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte. An dritter Stelle steht Frankreich mit einer geschätzten Minderung des Bruttoinlandsprodukts um 20 Milliarden Euro.
Als wirtschaftliche Einbussen zählen dabei Produktionsausfälle und geringere Wertschöpfung, bedingt durch geringere Arbeitsproduktivität sowie längeren Pausen und Fehlzeiten. Die europaweiten Einbussen dürften sich demnach auf ein knappes halbes Prozent der für dieses Jahr erwarteten Wirtschaftsleistung summieren.
Beteiligt an dem erstmals berechneten «Climate Risk Tracker» waren die Volkswirte und Fachleute des international tätigen Kreditversicherers Allianz Trade in Hamburg und der deutschen Sachversicherung. Grundlage sind auf der einen Seite Wetter- und Schadendaten, auf der anderen die Modellierung der erwarteten ökonomischen Auswirkungen.
Neben der hitzebedingten Minderung der Wirtschaftsleistung stehen die tatsächlichen Schäden, die durch Unwetter, Überschwemmungen und andre Naturereignisse verursacht werden: Für Deutschland in den vergangenen fünf Jahren bezifferte die Allianz diese auf 50 Milliarden Euro.
Die jährlichen Schäden waren demnach im Schnitt doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum der Jahre 2000 bis 2019. Im weltweiten Vergleich sind die Naturkatastrophenschäden jedoch laut Allianz nur um etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) gestiegen.