Alle Augen auf Pogacar gerichtet
Tadej Pogacar ist der grosse Favorit auf den Gesamtsieg bei der 89. Tour de Suisse. Der Slowene sorgt schon bei der Team-Präsentation vor der 1. Etappe in Sondrio für Begeisterungsstürme.
Als Tadej Pogacar am Dienstagabend auf der Piazza Garibaldi als Letzter aller Fahrer auf die Bühne gerufen wird, ist der Jubel der Fans mit Abstand am Grössten. Um den Slowenen, der auch mit 27 Jahren noch immer bubenhaft und verschmitzt wirkt, dreht sich im Radsport (fast) alles. Ist er bei einem Rennen – wie nun erstmals auch bei der Schweizer Landesrundfahrt – dabei, ist diesem die grösstmögliche Aufmerksamkeit gewiss.
Eine Saison fast ohne Makel
Pogacar gelang heuer der (fast) perfekte Frühling, mit Triumphen bei Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Strade Bianche. Einzig bei Paris-Roubaix musste er sich in einem Eintagesrennen im Zweier-Sprint Wout van Aert knapp geschlagen geben.
Zudem dominierte Pogacar die Tour de Romandie – heuer seine bislang einzige Rundfahrt – nach Belieben. In der Westschweiz gewann er gleich vier der sechs Etappen. Seit dem siegreichen Schlusstag in Leysin am 3. Mai legte er eine Rennpause ein. Nach dem ideal verlaufenen Höhentrainingsblock in den vergangenen Wochen in der Sierra Nevada sei er «speziell motiviert». Er könne es «kaum erwarten, wieder eine Startnummer zu tragen und die harte Trainingsarbeit in Renn-Action umzuwandeln».
Schon am Mittwochabend in Gelb?
Diese Aussagen des Rad-Überfliegers lassen für seine Kontrahenten wenig Gutes erahnen. Weder für diejenigen in den kommenden fünf Tagen bei der Schweizer Landesrundfahrt noch diejenigen ab Anfang Juli bei der Tour de France.
Gut möglich, dass der 27-Jährige schon am Mittwochabend in Sondrio das Weltmeister- gegen das gelbe Leadertrikot umtauschen wird. Die 1. Etappe führt über nur 144 km, wobei die ersten 50 km flach sind und erst danach die rund 2500 Höhenmeter zu bewältigen sind. Auf den letzten 20 km stehen zudem zwei kurze, aber knackige Steigungen an. Vom Bordighi – 1,1 km lang mit durchschnittlich 11,5 Steigungsprozenten – sind es weniger als 5 km ins Ziel.