AfD steuert in Sachsen-Anhalt auf ihren grössten Wahlerfolg zu
Die rechtspopulistische AfD wird aller Voraussicht nach die Parlamentswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gewinnen. Die Frage ist, ob ihr Sieg deutlich genug ausfällt, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rechtsaussen-Partei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommt.
Die erst vor 13 Jahren gegründete AfD (Alternative für Deutschland) lag in allen Umfragen der vergangenen Monate in Sachsen-Anhalt weit vorn. Zuletzt kam die Partei, die in dem ostdeutschen Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, in einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF auf 41 Prozent.
Die christdemokratische CDU, die seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts stellt, lag mit 23 Prozent an zweiter Stelle. Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit 11,5 Prozent. Im Parlament, dem Landtag, vertreten wären auch die sozialdemokratische SPD (8,5 Prozent) und die Grünen (6).
Szenarien einer AfD-Regierung
Wenn die AfD eine absolute Mehrheit bekäme, könnte sie allein regieren. Danach sieht es nach den neuesten Umfragen eher nicht aus.
Das zweite, wahrscheinlichere Szenario, ist ein Wahlsieg der AfD – der erste der Partei auf Ebene eines Bundeslandes – ohne absolute Mehrheit. Dann wäre sie auf Bündnispartner angewiesen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr eine Koalition eingehen.
Wagenknecht-Partei könnte AfD zur Macht verhelfen
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht brachte vor wenigen Wochen allerdings ins Spiel, dass ihre Partei einem AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang.