Acht Tote bei Fährunglück – Schiff liegt in 500 Metern Tiefe
Bei einem schweren Fährunfall vor der Insel Zypern sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Einsatzkräfte suchten noch nach 18 Personen, sagte der Präsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern, Tufan Erhürman, dem nordzyprischen Staatssender BRT. Die meisten der mehr als 250 Passagiere seien gerettet worden. Die Suche nach Vermissten werde die ganze Nacht weitergehen.
Das Schiff war nach Behördenangaben am Mittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) gekentert. Demnach drang aus noch ungeklärten Wasser ein, und es wurde ein Notruf abgesetzt. Bei der Rettungsaktion spielten sich dramatische Szenen ab. Die Fähre war auf dem Weg ins südtürkische Mersin.
Kapitän festgenommen
Der Kapitän und sieben Crewmitglieder wurden festgenommen, wie der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel dem Sender BRT zufolge erklärte. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, versprach er: «Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen.»
Der türkisch-zyprische Verkehrsminister Erhan Arikli sagte dem Sender BRT, das Schiff liege in mehr als 500 Meter Tiefe auf Grund. Taucher durchsuchten das Wrack. Man hoffe, dabei auch den Schiffsdatenschreiber zu finden, der Aufschluss über die Unglücksursache geben soll.
Helikopter kreist über Menschen in Rettungswesten
Auf Bildern des Senders CNN Türk ist zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten sich an das Schiffswrack klammern und darauf warten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Helikopter kreist über ihren Köpfen. Dem Sender zufolge hatte der Kapitän noch versucht, umzukehren. Es habe sich um einen zweistöckigen Katamaran gehandelt.