70 Prozent der Asylsuchenden in Winterthur kommen aus der Ukraine
Über 70 Prozent der Asylsuchenden in Winterthur stammen derzeit aus der Ukraine. Der Stadtrat rechnet weiter mit hohen Zahlen und will die Mehrzweckanlage Teuchelweiher bis 2037 als Kollektivunterkunft nutzen. Die Kosten der sozialen Sicherung sind 2025 stabil geblieben, bei knapp 88 Millionen Franken.
Die Stadt Winterthur versucht den hohen Zahlen mit Integrationsbemühungen entgegenzuwirken, wie sie am Dienstag mitteilte. So seien etwa eigene Wohnungen wichtig. 80 Prozent der geflüchteten Personen in Winterthur hätten in Wohnungen untergebracht werden können. Allerdings brauchten immer noch drei Viertel der Personen mit Schutzstatus S Sozialhilfe.
Als Beispiel für gelungene Bemühungen nennt das Departement Soziales eine ukrainische Familie mit zwei Kindern, die im Mai 2022 einreiste. Zu Beginn wohnte die Familie in einer Wohnung, die durch einen Verein verwaltet wurde. Die Eltern wurden umgehend in Deutschkursen angemeldet, der Vater begann, eine Stelle zu suchen.
Das ältere Kind besuchte die Kita, um den Übertritt in den Kindergarten zu erleichtern. Im November 2025 konnte der Vater eine Stelle in einer Bäckerei antreten. Das Einkommen reichte, um die Familie von der Asylsozialhilfe abzulösen. Mittlerweile lebe die Familie in einer eigenen Wohnung.
Trotz solcher Bemühungen blieben Kollektivunterkünfte nötig. Die Mehrzweckanlage Teuchelweiher, das Unterkunftsgebäude der ehemaligen Militärkaserne, wird seit 2022 genutzt. Nun verlängert der Stadtrat die Frist als Kollektivunterkunft bis 2037. Die Stadt prüft neu den Einbau einer Küche für die Selbstverpflegung. Die Stadtverwaltung soll zudem geeignete Liegenschaften für die mittel- und längerfristige Unterbringung Geflüchteter suchen. Auch weil andere Orte wegfallen dürften.