100 Millionen Dollar und der Kampf um die besten Springreiter
Eine neue Serie lockt die weltbesten Springreiter mit 100 Millionen Dollar jährlich. Experte Sascha Dubach ordnet ein, wie stark die Premier Jumping League den Sport verändern könnte.
Die neue Premier Jumping League (PJL) ist derzeit das Gesprächsthema Nummer 1 in Springreitsport: 100 Millionen Dollar Preisgeld pro Saison, bis zu 16 Teams und ein eigenes Ligasystem. Die PJL tritt mit Zahlen an, die aufhorchen lassen. Rund 180 Reiterinnen und Reiter haben sich nach Informationen der Deutschen Nachrichtenagentur dpa für die neue Serie registriert, darunter knapp 80 Prozent der Top 50 der Weltrangliste.
Hinter dem Projekt steht der US-Milliardär Frank McCourt. 300 Millionen Dollar will er in den ersten drei Jahren ausschütten. Zum Vergleich: Bei der etablierten Global Champions Tour liegt das Preisgeld derzeit bei rund 36 Millionen Euro pro Saison.
Doch die grossen Zahlen sagen noch wenig darüber aus, wie stark die PJL den Sport tatsächlich verändern wird. Eine Registrierung bedeutet noch keinen Start, und zentrale Details der neuen Serie sind weiterhin offen. Sascha Dubach, Verleger und Chefredaktor des Schweizer Fachmagazins «PferdeWoche», sieht in der PJL deshalb «einen finanzstarken neuen Konkurrenten, aber keinen Angriff auf die Grundordnung des Sports».
Regeln des Weltverbandes werden eingehalten
Ein entscheidender Punkt ist für ihn die Rolle des Weltverbandes FEI. «Die PJL hat ein eigenes Reglement ausgearbeitet und von der FEI genehmigen lassen», betont er. Somit könne die PJL innerhalb des bestehenden FEI-Systems starten. «Grundlegende Bestimmungen des Springreitens wie die No-Blood-Rule oder die maximale Hindernishöhe bleiben bestehen.» Will heissen: Die neue Liga kann das Wettkampfformat verändern, nicht aber die fundamentalen Regeln des Sports.