So spannend ist der Churer Abstiegskampf
Es ist in dieser Saison etwas vom schlimmsten gewesen, was man vom EHC Chur am Dienstag im Heimspiel gegen Düdingen zu sehen bekommen hatte. 3:0 führte der Stadtklub gegen einen völlig überforderten Widersacher nach 40 Minuten. Die Freiburger hatten bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht eine Handvoll Torchancen gehabt – wenn überhaupt. Die Frage war bloss noch, wie hoch der Churer Sieg ausfallen würde.
Dabei ist eigentlich jedem Eishockey-Interessierten, der die Geschichte des EHC Chur kennt, klar, dass man eine solche Frage schlicht nie stellen sollte. Denn der Stadtklub darf sich selten frühzeitig eines Sieges sicher sein. Das bewies er an jenem Dienstagabend – der EHC Chur schaffte das wohl in allen anderen Eishallen der Welt Unmögliche. Er baute die Freiburger auf, und diese retteten sich noch in die Verlängerung. Wie sie das geschafft hatten, werden sie wohl selbst nicht gewusst haben.
«Einfach dumm»
Dass die Churer in der Overtime noch den Siegestreffer zum 4:3 markierten, machte das Ganze nur bedingt erträglicher. Die Reaktionen der Fans auf Facebook und anderen Kanälen fielen entsprechend giftig aus – absolut zu Recht. Und schliesslich hielten sich selbst die Protagonisten, Churs Spieler, mit Selbstkritik nicht zurück. Lukas Sieber verwendete einen nicht druckreifen Ausdruck. «Einfach dumm», sagte er unter anderem, und sprach davon, dass so etwas einfach nicht hätte passieren dürfen.
Mit einem «Dreier» hätte Chur die Rote Laterne an Düdingen weiterreichen können. Weil dies nicht geschah, fühlte sich der Overtimesieg wie eine Niederlage an. Verrückt – wie so vieles verrückt ist, wenn es um den EHC Chur geht –, aber wahr: Letztlich lief an diesem Dienstag doch nicht ganz alles gegen den Stadtklub. Im Gegenteil: Nicht nur der Rückstand auf Düdingen konnte von drei auf zwei Zähler reduziert werden, auch Star Forward Lausanne-Morges liegt nach dem 4:5 nach Verlängerung gegen Seewen plötzlich «nur» noch drei Punkte vor dem Tabellenletzten.