Piranha leitet Umbruch ein und setzt auf Osteuropäerinnen
In den vergangenen zwei Wochen gab es fast keinen Tag, an dem der Unihockeyklub Piranha Chur nicht über einen Zugang, einen Abgang, oder eine Vertragsverlängerung berichten konnte. Zuletzt am vergangenen Wochenende, als beispielsweise die Rückkehr des ehemaligen Cheftrainers Daniel Darms verkündet wurde. Er übernimmt die Aufgabe als Sportchef.
Mehr Veränderungen als im Betreuerstab gab es im Spielerinnenkader des Fanionteams. Stand heute stehen acht Abgänge neun Zuzügen gegenüber. Weiterhin noch nicht entschieden haben sich Seraina Ulber und Anja Dellagiovanna, ob sie nochmals verlängern oder vom Spitzensport zurücktreten. Präsident Stefan Caprez, Trainer Mark van Rooden und das Team wüssten gerne Bescheid, ein Ultimatum stellt man den beiden aber nicht. «Wir sind keine Hardliner», sagt Caprez, der sich freuen würde, wenn die langjährigen Teamstützen weitermachen würden. Für die Planung, die er inzwischen längst vorantreiben musste, hat er aber ohne sie gerechnet.
Verstärkungen aus Osteuropa
Zwangsläufig muss Piranha sein Team verjüngen. Ein erster Umbruch steht mit dem Rücktritt von Katrin Zwinggi auf nächste Spielzeit an, und auch Flurina Marti und Corin Rüttimann werden nicht mehr jahrelang spielen. Mit vier Akteurinnen aus der eigenen U21 und den Zugängen von Ronja Bichsel (Jahrgang 2000) und Gentiana Behluli (2002) sinkt das Durchschnittsalter der Mannschaft auf 22 Jahre. Deshalb ist Caprez froh, dass die erfahrenen Rüttimann und Marti ein weiteres Jahr zugesagt haben. «Wenn auf nächste Saison gleich die ganze Erfahrung weggebrochen wäre, wäre es schwierig geworden.» Denn verheizen wolle man die jungen Spielerinnen im Kader nicht.
Aufhorchen liess die Besetzung der drei Ausländer-Positionen. Schon länger waren die Abgänge der skandinavischen Verstärkungsspielerinnen Mari Aanerud und Karen Farnes bekannt. Katarina Klapitova bleibt dem Team erhalten und erhält aus Osteuropa Verstärkung. Neu zu Piranha Chur stossen die beiden tschechischen Nationalspielerinnen Martina Repkova und Nela Jirakova.
Dass nicht mehr nur Spielerinnen aus Skandinavien verpflichtet werden, sondern auch Tschechinnen ein Thema sind, hat damit zu tun, dass die Osteuropäerinnen im Unihockey immer konkurrenzfähiger werden. So konkurrenzfähig, dass der Bündner Unihockeyklub die beiden Spielerinnen von Florbal Chodov vergangene Woche als Transferbomben ankündete. Caprez glaubt ebenfalls, dass ihm zwei sehr gute Transfers gelungen sind: «Ihr Leistungsausweis spricht für sie. Auch an der Weltmeisterschaft 2019 in Neuenburg konnten die beiden enorm überzeugen.»