Leemann überzeugt mit dem U18-Nationalteam
von Daniel Monnin
Ihr Lächeln war breit und fröhlich, aber ihre Augen verrieten ein bisschen Wehmut. Sie sei mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden, sagte die 16-jährige Sinja Leemann schliesslich leise. Eine Aussage, die sie einerseits ehrt und zeigt, wie ehrgeizig sie ist. Andererseits schreit sie nach einer Korrektur: Sinja Leemann, als Center im zweiten Block in ungewohnter Position, war an der U18-WM in Japan eine der besten Spielerinnen in einem herausragenden Schweizer Team.
Sie interpretierte ihre Rolle systembedingt defensiver, als sie es gewohnt ist. Doch offensiv blieb ihr trotz einigen Rushes und Abschlussversuchen das verwehrt, was sie – als viertbeste Schweizer Skorerin an ihrer unbeschwerten Rookie-WM im Vorjahr – möglicherweise zu ihrer Aussage gedrängte: die Torerfolge. Mag auch sein, dass die bereits 42 Spiele in der laufenden Saison – darunter auch 10-A-Länderspiele, sechs davon als Verteidigerin – ein bisschen zu viel waren für die 16-Jährige.
Wie eine grosse Familie
Leemann bemühte sich denn auch offensichtlich, den Teamgedanken hervorzuheben: «Der Teamerfolg – und der ist in der Tat grandios – steht über dem persönlichen Erfolg.» Sie freue sich riesig, ein Teil dieser verschworenen Einheit zu sein. «Wir sind in den letzten Monaten zusammengewachsen wie eine grosse Familie. Das war der Grundstein dafür, dass wir die WM-Erwartungen übertroffen haben.»
In der Tat schrieb das U18-Team in Obihiro Geschichte: erstmalige Viertelfinal-Qualifikation in der 12-jährige WM-Historie, beste Klassierung mit Rang 6. Und was nicht vergessen werden darf: Das Schweizer Team stand im Viertelfinal gegen Russland einen einzigen Penaltyerfolg von der Sensation, dem Einzug in die Halbfinals, entfernt.