Lakers haben bei den Lions das Nachsehen
Die Schlussphase war bezeichnend für die Partie im Hallenstadion. Mit einem Feldspieler mehr auf dem Eis – ihr Goalie Melvin Nyffeler verliess seinen Kasten 97 Sekunden vor Schluss – versuchen die Lakers verzweifelt einen Weg zum Tor der ZSC Lions zu finden. Es gelingt nicht, ihre Angriffsaktionen sind zu unkoordiniert. Die Anweisungen, die Headcoach Jeff Tomlinson während seines Time-outs auf die Tafel gekritzelt hat, fruchten nicht.
Auf der Gegenseite bietet sich den Zürchern mehrfach die Chance, mit einem Treffer ins leere Tor die Entscheidung herbeizuführen. Auch sie scheitern. Mal fehlt das Glück, zweimal rettet SCRJ-Center Roman Schlagenhauf in extremis.
Dann ertönt die Sirene. Das erste Spiel des neuen Jahres ist Geschichte. Die Lakers müssen sich den ZSC Lions auch im vierten Saisonduell geschlagen geben. Zum dritten Mal mit nur einem Treffer Differenz.
Es fehlt an Durchschlagskraft
An der Leistung in der Defensive lag es nicht. Hinten vermochten die Rosenstädter zu überzeugen. Nur selten gestanden sie dem Gegner gefährliche Abschlüsse zu. Und wenn doch, konnten sie sich auf Nyffeler verlassen. Beim einzigen Gegentreffer war der SCRJ-Keeper ohne Abwehrchance. Er sah den von der Seite aus spitzem Winkel abgegeben Schuss von Tim Ulmann nicht kommen und wurde so in der nahen Ecke erwischt.
Das Siegtor gelang den Lions mit ihrem ersten Abschluss im Mittelabschnitt (23.) – ausgerechnet in einer Phase, in der die Lakers langsam besser ins Spiel fanden. Der Aufwind hielt danach noch einige Minuten an, doch fehlte es den Aktionen der Gäste auch da an der nötigen Durchschlagskraft. Es setzte sich das fort, was sich schon in den letzten beiden Partien des alten Jahres (0:6 zuhause gegen die SCL Tigers und 1:5 beim EV Zug) gezeigt hatte. Das Zwischenhoch in der Offensive, das den Rapperswil-Jonern zwischen dem 16. November und 1. Dezember in sechs Meisterschaftsspielen neun ihrer 16 Zähler eingebracht hatte, ist vorbei. Einzig im Cup-Halbfinal (3:2-Sieg am 19. Dezember gegen die SCL Tigers) vermochten die Lakers im Angriff nochmals zu überzeugen. Dies war seit dem letzten Sieg in der Meisterschaft (3:1 in Genf am 1. Dezember) auch das einzige Spiel, in dem einer anderen SCRJ-Sturmreihe als der Top-Formation mit Roman Schlagenhauf sowie den beiden Söldnern Danny Kristo und Casey Wellman ein Treffer gelang.